<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Volksmedizin Archive - Abenteuer am Wegesrand</title>
	<atom:link href="https://aaw.quantenfrosch.at/category/volksmedizin/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://aaw.quantenfrosch.at/category/volksmedizin/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Wed, 10 Jun 2026 15:12:34 +0000</lastBuildDate>
	<language>ru-RU</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>
	<item>
		<title>Das Gewöhnliche Ruchgras – Anthoxanthum odoratum</title>
		<link>https://aaw.quantenfrosch.at/gewoehnliche-ruchgras-anthoxanthum-odoratum/</link>
					<comments>https://aaw.quantenfrosch.at/gewoehnliche-ruchgras-anthoxanthum-odoratum/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronald und Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 May 2024 14:44:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kulinarik]]></category>
		<category><![CDATA[Pflanzenkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Räucherkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Volksmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Brauchtum]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnliches Ruchgras]]></category>
		<category><![CDATA[Ruchgras]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://aaw.quantenfrosch.at/?p=1170</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie die meisten Gräser, die wir auf Wiesen und an Wegrändern finden, gehört das&#160;Gewöhnliche Ruchgras&#160;(Anthoxanthum odoratum) zur Familie der&#160;Süßgräser&#160;(Poaceae). Mit einer Wuchshöhe von meist nur 15 bis 30, selten bis 50 Zentimetern, ist es eine recht niedrige Grasart, die wir&#160;vor allem auf kalkarmen Böden in trockeneren, mageren Wiesen und lichten Wäldern sowie auf Weiderasen entdecken [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/gewoehnliche-ruchgras-anthoxanthum-odoratum/">Das Gewöhnliche Ruchgras – Anthoxanthum odoratum</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br>Wie die meisten Gräser, die wir auf Wiesen und an Wegrändern finden, gehört das&nbsp;<mark><strong>Gewöhnliche Ruchgras</strong>&nbsp;</mark>(<em>Anthoxanthum odoratum</em>) zur Familie der&nbsp;<strong><mark>Süßgräser</mark></strong>&nbsp;(<em>Poaceae</em>). </p>



<span id="more-1170"></span>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:auto 36%"><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Wuchshöhe von meist nur 15 bis 30, selten bis 50 Zentimetern, ist es eine recht niedrige Grasart, die wir&nbsp;vor allem auf kalkarmen Böden in trockeneren, mageren Wiesen und lichten Wäldern sowie auf Weiderasen entdecken können. In stark gedüngten Wiesen kommt es mit den hohen Nährstoffgehalten nicht zurecht und kann sich gegenüber höherwüchsigen Gräsern nicht behaupten.&nbsp;<br>Durch unterirdische Ausläufer bildet das&nbsp;mehrjährige Gras großflächigere Bestände.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das unscheinbare Gras ist wie alle Grasarten windblütig und blüht schon ab Mitte März in einer 2-4 cm lange Ährenrispe mit zahlreichen, dicht gedrängten Blüten an der Spitze des Halmes. <br>Die schmalen Blätter des Ruchgrases sind ober- und unterseits nahezu ident Graugrün und matt. Je nach Höhenlage kann das Gewöhnliche Ruchgras bis Juni blühen. Haben wir es zu sammeln verpasst, so können wir im Hochsommer auf das <strong><mark>Alpenruchgras</mark></strong> (<em>Anthoxanthum alpinum</em>) zurückgreifen, das ebenso intensiv duftet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="480" height="800" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-1.jpeg" alt="" class="wp-image-6625 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-1.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-1-180x300.jpeg 180w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-1-50x83.jpeg 50w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-1-288x480.jpeg 288w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund des schlechten Ertrages und seines geringen Futterwertes wird das Gewöhnliche Ruchgras in der Landwirtschaft nicht immer geschätzt, ist aber durchaus in regionalen Saatgutmischen zur Anlage von Biodiversitätsflächen enthalten. Auch das Weidevieh ist vom Ruchgras aufgrund des bitteren Geschmacks nicht besonders begeistert. Dennoch birgt das kleine Gras viele Geheimnisse.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Gewöhnliche Ruchgras nützen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gewöhnliche Ruchgras enthält <strong><mark>Cumarine</mark></strong>, weshalb alle Pflanzenteile intensiv nach Heu, Honig und manchmal sogar nach Vanille duften. Kein Wunder also, dass das kleine Süßgras schon immer gerne zum Aromatisieren von Speisen und Getränken verwendet wurde. Selbst so mancher Haubenkoch schätzt seinen Duft.&nbsp; Cumarine entfalten ihren Duft vor allem durch das Anwelken einer Pflanze, weshalb das getrocknete Gras noch intensiver duftet als frisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gewöhnliche Ruchgras eignet sich zum Aromatisieren von Limonaden, Bowle, Weinen und süßen Gelees. Auch Schlagobers oder Milch nehmen durch das Einlegen von Ruchgras dessen feinen Duft an und können zu ganz besonderen Desserts verarbeitet werden. Traditionell wurden auf Almen frische Käselaibe zum Reifen in Heubüschel gelegt, die Ruchgras enthielten. Diese verleihen dem Käse einen besonderen Duft. Auch Kartoffeln und selbst fettes Fleisch aromatisierte man mit Ruchgras.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit alters her wird das getrocknete Ruchgras aufgrund des angenehmen Heugeruchs gerne als Füllung für Kräuterkissen gegeben. In Säckchen eingenäht hält es Kleidermotten aus dem Kleiderschrank fern. Der getrocknete Wurzelstock wurde früher zu Pulver verarbeitet und als Zusatz für Schnupftabak verwendet. Auch Kräuterzigaretten und Parfums fügte man Ruchgras bei. Aufgrund der guten Biegsamkeit des Grases wird es auch gerne zum Korbflechten genutzt.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="600" height="800" data-id="6629" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-2.jpeg" alt="Ruchgras" class="wp-image-6629" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-2.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-2-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-2-50x67.jpeg 50w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-2-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-2-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="600" height="800" data-id="6630" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-3.jpeg" alt="Ruchgras" class="wp-image-6630" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-3.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-3-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-3-50x67.jpeg 50w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-3-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-3-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" data-id="6631" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-4.jpeg" alt="Ruchgras" class="wp-image-6631" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-4.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-4-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-4-50x67.jpeg 50w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-4-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/05/Ruchgras-4-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eine besonders interessante Form der Nutzung des kleinen Duftgrases ist das Flechten von Zöpfen als Wetteranzeiger: <br>In bäuerlichen Haushalten flocht man früher Zöpfe aus frischem Ruchgras und hängte sie im Haus auf. Nahte ein Wetterumschwung, begannen die Zöpfe zu duften. Grund dafür ist, dass durch die höhere Luftfeuchtigkeit, die den Regen ankündigt, mehr Cumarin freigesetzt wird. Ebensolche Zöpfe wurden nicht nur bei uns, sondern selbst im nördlichen Norwegen von den dort ansässigen Samen aus Ruchgras und anderen Duftgräsern geflochten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Vorfahren verwendeten das Ruchgras gerne für rituelle Handlungen wie für Räucherrituale. Eine Räucherung mit Ruchgras duftet herrlich und wirkt entspannend, beruhigend, versöhnlich und verbindend. Man sagt ihm auch eine lust- und fruchtbarkeitssteigernde Wirkung nach.&nbsp;<br>Auch Tee kann aus dem Gras zubereitet werden, der aufgrund seiner entspannenden Wirkung bei Stress hilfreich sein kann. In diesem Zusammenhang ist immer zu bedenken: Cumarine wirken blutverdünnend. Daher im Zusammenhang mit blutverdünnenden Mitteln achtgeben!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier findet ihr interessante Literatur zum Gewöhnlichen Ruchgras:<br>&#8212; Machatschek, Michael: Nahrhafte Landschaft 4. Von Ferkelkräutern, Wiesenknopf, Ziegenmilch, Ruchgras, Rasch, Birnmehl, Kraterellen und anderen wildwachsenden Nutzpflanzen. Wien: Böhlau, 2017.<br>&#8212; Alm, Torbjörn: Scented Grasses in Norway –&nbsp;identity and uses. In: Journal of Ethnobiology and Ethnomedicine (2015). DOI: 10.1186/s13002-015-0070-y</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/gewoehnliche-ruchgras-anthoxanthum-odoratum/">Das Gewöhnliche Ruchgras – Anthoxanthum odoratum</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://aaw.quantenfrosch.at/gewoehnliche-ruchgras-anthoxanthum-odoratum/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gemeiner Spaltblättling – vielseitiger Vitalpilz</title>
		<link>https://aaw.quantenfrosch.at/der-gemeine-spaltblaettling-vielseitiger-vitalpilz/</link>
					<comments>https://aaw.quantenfrosch.at/der-gemeine-spaltblaettling-vielseitiger-vitalpilz/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronald und Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jan 2024 21:03:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kulinarik]]></category>
		<category><![CDATA[Pilzkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Volksmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeiner Spaltblättling]]></category>
		<category><![CDATA[Heilpilz]]></category>
		<category><![CDATA[Mykotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Schizophyllum commune]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversorgung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://aaw.quantenfrosch.at/?p=5566</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Gemeine Spaltblättling (Schizophyllum commune) ist ein kleiner, sehr häufiger und in seiner Bedeutung so facettenreicher Pilz, dass er besondere Aufmerksamkeit verdient hat –&#160;auch wenn er nur mit Bedacht verwendet werden sollte. Ihr könnt den Gemeinen Spaltblättling im Herbst und Winter vor allem in Laubwäldern bei nahezu jedem Spaziergang entdecken. Die Fruchtkörper, die wie kleine [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/der-gemeine-spaltblaettling-vielseitiger-vitalpilz/">Gemeiner Spaltblättling – vielseitiger Vitalpilz</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br>Der <strong><mark>Gemeine Spaltblättling</mark></strong> (<em>Schizophyllum commune</em>) ist ein kleiner, sehr häufiger und in seiner Bedeutung so facettenreicher Pilz, dass er besondere Aufmerksamkeit verdient hat –&nbsp;auch wenn er nur mit Bedacht verwendet werden sollte.</p>



<span id="more-5566"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr könnt den Gemeinen Spaltblättling im Herbst und Winter vor allem in Laubwäldern bei nahezu jedem Spaziergang entdecken. Die Fruchtkörper, die wie kleine Schneeflöckchen auf abgestorbenen Laubholzstämmen sitzen, werden im allgemeinen von niemandem beachtet, doch ein genauerer Blick lohnt sich: Spaltblättlinge sind kleine Augenweiden mit großem Potential!<br>Hier einige Details zu diesem spannenden Pilz, der auf allen Erdteilen aus der Antarktis zu finden ist:</p>



<h2 class="wp-block-heading">Den Gemeinen Spaltblättling bestimmen</h2>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:auto 42%"><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Sein zarter, muschelförmiger <strong><mark>Hut</mark></strong> wir kaum größer als 4 cm und ist meist weiß oder fleischfarben, in fortgeschrittenem Alter oft grau. Oberseits ist der Fruchtkörper etwas struppig bis striegelig behaart, der Hutrand eingerollt. <br>Die Hutbasis ist direkt am Holz angewachsen, ein <mark><strong>Stiel </strong></mark>ist meist nicht vorhanden, und wenn, dann nur rudimentär ausgebildet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Hutunterseite finden wir fleischfarbene bis rosa <strong><mark>Pseudolamellen</mark></strong>, die an der Anwachsstelle zusammenlaufen und sich in Richtung Hutrand gabelartig aufspalten. Pseudolamellen sehen zwar aus wie Lamellen, sind aber eigentlich zahlreiche eng miteinander verwachsene Fruchtkörper. Sie sind sehr fest und lassen sich auch durch festes Zusammendrücken nicht zerquetschen –&nbsp;übrigens ein gutes Erkennungsmerkmal für den Spaltblättling!<br></p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune.jpeg" alt="" class="wp-image-5571 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune-50x67.jpeg 50w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure></div>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:auto 42%"><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Das <strong><mark>Sporenpulver</mark></strong> von Spaltblättlingen ist weiß bis zart rosa, das <strong><mark>Pilzfleisch</mark></strong> zäh und elastisch, grau bis weiß und dünn. Der Geruch des Pilzes ist unserer Ansicht nach meist neutral.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als <strong><mark>Folgezersetzer</mark></strong> gedeiht der Spaltblättling bevorzugt auf abgestorbenen Laubbäumen, häufig an Rotbuche und Hainbuche, selten an toten Nadelbäumen. Er befällt auch noch lebende Bäume als Wundparasit (z.B. durch Verletzungen der Rinde). Selbst auf Komposthaufen und in Siloballen wächst der Pilz und kann so Schäden in der Landwirtschaft verursachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><mark>Lebensweise und Sammelzeit: </mark></strong>Die Fruchtkörper treten ganzjährig auf und können innerhalb von zwei Wochen einen gesamten Lebenszyklus durchlaufen. Sie können ganzjährig gesammelt werden, vorwiegend aber von Herbst bis Frühjahr.<br>Meist finden wir viele Fruchtkörper neben und übereinander gruppiert.</p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune-2-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-5574 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune-2-768x1024.jpg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune-2-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune-2-50x67.jpg 50w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune-2-800x1067.jpg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune-2-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune-2-600x800.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune-2-360x480.jpg 360w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Schizophyllum-commune-2.jpg 950w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gemeine Spaltblättling besitzt eine Vielzahl an interessanten <strong><mark>Inhaltsstoffen</mark></strong>. In erster Linie sind heilkundlich bedeutende Polysaccharide in den Zellwänden des Pilzes (z.B. β-Glucane, <br>v.a. <strong><mark>Schizophyllan</mark></strong>, auch Chitin) zu erwähnen. Der Pilz beinhaltet auch einen hohen Anteil an  Proteinen, ätherische Öle, Lektine, Cerebroside, Enzyme (z.B. Lactat-dehydrogenase), Schizostatin, Mineralstoffe und B-Vitamine.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verwendung als Heilpilz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Volksmedizinsch wird der Gemeine Spaltblättling in vielen Ländern auf unterschiedlichen Kontinenten verwendet. Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist er ein geschätzter Heilpilz. Selbst in der westlichen Medizin kommt er mittlerweile begleitend bei Krebserkrankungen zur Anwendung. Da der Pilz als Modellorganismus für wissenschaftliche Studien dient, ist er einer der am besten untersuchten Pilze, die wir kennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gemeine Spaltblättling kommt zur Immunstärkung, nach Operationen und bei der Behandlung verschiedener Krebserkrankungen (v.a. Karzinome in Lunge, Magen, Atemwege, Kopf, Nacken und bei Gebärmutterhalskrebs) zur Anwendung. Vor allem das in den Zellwänden enthaltene Polysaccharid <mark><strong>Schizophyllan</strong></mark> ist für die tumorhemmende Wirkung des Pilzes verantwortlich. Es wird mittlerweile medizinisch oft in Kombination mit Strahlen- oder Chemotherapie angewendet. Mittlerweile belegen große klinische Studien (u.a. aus den USA) die deutlich längere Überlebensrate von Krebspatienten bzw. die größeren Chancen auf vollständige Heilung. Auch die Nebenwirkungen konventioneller Therapien können dadurch gelindert werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Schizophyllan besitzt auch antibiotische, antivirale, pilzfeindliche, entzündungshemmende und antioxidative Wirkung und kommt unter anderem bei HIV-Infektionen und Hepatitis B zur Anwendung. Auch bei Hauterkrankungen und in der Kosmetikindustrie schätzt man den Inhaltsstoff, der eine Verbesserung der Hautbarrierefunktion und der Zellkommunikation zwischen Hautzellen bewirken kann. Dies führt unter anderem zu einer verringerten Faltenbildung, weshalb Schizophyllan immer öfter Bestandteil hochwertiger Hautpflegeprodukte ist.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" data-id="5583" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-5-1.jpg" alt="Schizophyllum commune" class="wp-image-5583" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-5-1.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-5-1-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-5-1-50x67.jpg 50w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-5-1-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-5-1-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" data-id="5582" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-2-1.jpg" alt="Schizophyllum commune" class="wp-image-5582" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-2-1.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-2-1-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-2-1-50x67.jpg 50w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-2-1-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-2-1-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="650" height="867" data-id="5584" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-1-1.jpg" alt="Schizophyllum commune" class="wp-image-5584" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-1-1.jpg 650w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-1-1-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-1-1-50x67.jpg 50w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-1-1-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-1-1-600x800.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-1-1-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 650px) 100vw, 650px" /></figure>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Spaltblättling enthält auch den Inhaltsstoff <strong><mark>Schizostatin</mark></strong>, der zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen kann. Volksmedizinisch kommt der Pilz auch bei Schwächezuständen zum Einsatz. In China kombiniert man ihn dazu gerne mit Eiern, was eine besondere Stärkung des Organismus bewirken soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Möchte man Spaltblättlinge selbst volksmedizinisch nützen, so ist die einfachste Art der Anwendung die eines Teeauszugs in Form eines Dekokts. Die frischen oder getrockneten Fruchtkörper sollten 30 Minuten kochen. <br>Auch Tinkturen mit Alkohol, erweiterte Tinkturen (Dualextraktionen), Trockenextrakte oder Ölauszüge für Salben und Cremes können einfach hergestellt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kulinarische Verwendung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Europa gilt der Spaltblättling als ungenießbar und wird in manchen Quellen sogar als giftig angeführt. Wobei, wenn man es genau nimmt, so war der kleine Pilz vor sehr langer Zeit vielleicht doch ein beliebter Speisepilz: Die Neandertalerfunde in der Höhle von El Sidrón in Spanien ergaben nach genauer Analyse auch die Reste von Spaltblättlingen zwischen den Zähnen der Skelette. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Südostasien, Indien und Mexiko wird der Spaltblättling häufig gegessen. Die kleinen, zähen Fruchtkörper werden meist weichgeklopft und anschließend mit Gemüse und Fisch gekocht oder püriert. Aufgrund ihres hohen Proteingehalts sind Spaltblättlinge ein guter Fleischersatz.<br>Als Freunde der Käseherstellung finden wir es besonders spannend, dass der Spaltblättling sich auch für die Dicklegung von Milch, also zur Käseherstellung, eignet. Dafür ist das im Pilz enthaltene Enzym Lactat-dehydrogenase verantwortlich.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="366" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-3-2-1024x366.jpg" alt="" class="wp-image-5604" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-3-2-1024x366.jpg 1024w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-3-2-300x107.jpg 300w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-3-2-768x275.jpg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-3-2-50x18.jpg 50w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-3-2-800x286.jpg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-3-2-480x172.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2024/01/Spaltblaettling-3-2.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Spaltblättling besitzt allerdings <strong><mark>nicht nur positive Eigenschaften</mark></strong>: In seltenen Fällen kann das Einatmen seiner Sporen zu sehr gefährlichen Begleiterscheinungen führen: Die Pilzsporen können in den Nasenschleimhäuten, im Gehirn oder in der Lunge keimen und schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Vor allem Menschen mit schwachem Immunsystem oder Diabetiker dürften selten, aber doch manchmal davon betroffen sein. Wird der Pilz gekocht oder in Alkohol eingelegt, geht allerdings keine Gefahr von ihm aus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir verarbeiten den Spaltblättling gerne in hautberuhigenden Salben und erfreuen uns immer wieder an seinem Anblick und seinen interessanten Eigenschaften. <br>Haltet die Augen im winterlichen Laubwald offen – die hübschen kleinen &#171;Schneeflöckchen&#187; mit großem Wirkungsspektrum werden euch sicher auffallen!</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kleine Literaturauswahl</h3>



<p class="wp-block-paragraph">&#8212; Chen X, Sun J, Chen Y, Wang J, Liu S. Pneumonia caused by Schizophyllum commune in a patient with diabetes: A case report and comprehensive literature review. Medicine (Baltimore). 2023 Jun 2;102(22):e33773. doi: 10.1097/MD.0000000000033773. PMID: 37266650; PMCID: PMC10237693.: <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37266650/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37266650/</a><br>&#8212; Dinçer E, Işık H, Hepokur C, Tutar U, Çelik C. Cytotoxic, Antioxidant, Antibiofilm, and Antimicrobial Activities of Mushroom Species from Turkey. Int J Med Mushrooms. 2023;25(6):75-86. doi: 10.1615/IntJMedMushrooms.2023047802. PMID: 37522534: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37522534/<br>&#8212; <a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/03/09/neandertaler-nutzten-offenbar-gezielt-arznei-stoffe/chapter:2">https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/03/09/neandertaler-nutzten-offenbar-gezielt-arznei-stoffe/chapter:2</a><br>&#8212; <a href="https://www.123pilzsuche-2.de/daten/details/Spaltblaettling.htm">https://www.123pilzsuche-2.de/daten/details/Spaltblaettling.htm</a><br>&#8212; Guthmann, Jürgen: Heilende Pilze. Die wichtigsten Arten der Welt. Beschreibung – Inhaltsstoffe – Wirkung. Wiebelsheim: Quelle &amp; Meyer, 2021. 2. Aktualisierte u. erw. Aufl., S. 157ff.<br>&#8212; Hobbs, Christopher: Ganzheitliche Anwendung von Heilpilzen. Vital und gesund mit Pilzen in Hausapotheke und Küche. (o.O.): Herba Press, 2022, S. 137ff.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/der-gemeine-spaltblaettling-vielseitiger-vitalpilz/">Gemeiner Spaltblättling – vielseitiger Vitalpilz</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://aaw.quantenfrosch.at/der-gemeine-spaltblaettling-vielseitiger-vitalpilz/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Gewöhnliche Wegwarte – Schönheit mit vielen Vorzügen</title>
		<link>https://aaw.quantenfrosch.at/die-gewoehnliche-wegwarte-schoenheit-mit-vielen-vorzuegen/</link>
					<comments>https://aaw.quantenfrosch.at/die-gewoehnliche-wegwarte-schoenheit-mit-vielen-vorzuegen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronald und Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Sep 2023 15:38:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflanzenkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Volksmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Cichorium intybus]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnliche Wegwarte]]></category>
		<category><![CDATA[Heilpflanze]]></category>
		<category><![CDATA[Zichorie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://aaw.quantenfrosch.at/?p=5416</guid>

					<description><![CDATA[<p>In den letzten Jahren haben wir uns mit so vielen Wildpflanzen beschäftigt – die Gewöhnliche Wegwarte haben wir seltsamerweise dabei ein wenig vernachlässigt. Dabei ist sie eine Pflanze mit besonderen heilkundlichen und kulinarischen Vorzügen! Sie wächst unbeirrbar an jedem Straßenrand –&#160;und nebenbei ist sie auch noch wunderschön. In diesem Beitrag gehen wir näher auf die blaue [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/die-gewoehnliche-wegwarte-schoenheit-mit-vielen-vorzuegen/">Die Gewöhnliche Wegwarte – Schönheit mit vielen Vorzügen</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br>In den letzten Jahren haben wir uns mit so vielen Wildpflanzen beschäftigt – die <strong><mark>Gewöhnliche Wegwarte</mark></strong> haben wir seltsamerweise dabei ein wenig vernachlässigt. </p>



<span id="more-5416"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ist sie eine Pflanze mit besonderen heilkundlichen und kulinarischen Vorzügen! Sie wächst unbeirrbar an jedem Straßenrand –&nbsp;und nebenbei ist sie auch noch wunderschön. In diesem Beitrag gehen wir näher auf die blaue Schöne vom Wegesrand ein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zunächst die wichtigsten botanischen Eckdaten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong><mark>Gewöhnliche Wegwarte</mark></strong><em> (Cichorium intybus)</em>, auch Zichorie oder einfach nur Wegwarte genannt, ist ein in den flachen und hügeligen Regionen Mitteleuropas weit verbreiteter <strong><mark>Korbblütler</mark> </strong><em>(Asteraceae)</em>. Sie kann auch in den Alpen bis über 1500 Meter Seehöhe gedeihen. Die sehr salztolerante Pflanze bevorzugt warme, trockene Standorte und gedeiht auf Kalk- und Lehmböden. Als Pionierpflanze besiedelt die Wegwarte gerne Brachflächen, Äcker, Weiden sowie Böschungen. Nicht zuletzt wegen ihrer Resistenz gegenüber Salz, Wärme und Trockenheit ist sie vor allem an Straßen- und Wegränder zu finden.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile"><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die mehrjährige Pflanze blüht ab dem <br>2. Lebensjahr, doch schon im ersten Lebensjahr bildet sie als Tiefwurzler eine lange Pfahlwurzel und eine grundständige Blattrosette aus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Stadium kann sie sehr leicht mit dem <strong><mark><a href="https://aaw.quantenfrosch.at/wiesen-loewenzahn/">Wiesen-Löwenzahn</a></mark> </strong><em>(Taraxacum officinale agg.)</em> verwechselt werden. <br>Es ist gar nicht so einfach, junge Wegwarten von Löwenzähnen zu unterscheiden. Selbst ein geschultes Auge muss hier genau hinsehen, um die feinen, kleinen Unterschiede zu bemerken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein gutes Unterscheidungsmerkmal sind die <strong><mark>zahlreichen, feinen, aber festen Borstenhaare auf der Blattunterseite. </mark></strong><br><br>Darüber hinaus besitzt die Wegwarte weniger <strong><mark>Milchsaft </mark></strong>als der Wiesen-Löwenzahn, der auch eher <strong><mark>durchsichtig</mark></strong> und nicht weiß ist. <br><br>Die Blattränder der grundständigen Blätter der Wegwarte sind gezähnt und zugespitzt bis abgerundet.</p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="650" height="981" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwartenwurzel.jpeg" alt="" class="wp-image-5425 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwartenwurzel.jpeg 650w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwartenwurzel-199x300.jpeg 199w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwartenwurzel-480x724.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwartenwurzel-530x800.jpeg 530w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwartenwurzel-318x480.jpeg 318w" sizes="(max-width: 650px) 100vw, 650px" /></figure></div>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile"><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Zur <strong><mark>Blütezeit im 2. Lebensjahr</mark></strong> wächst ein sparrig verzweigter, holziger, maximal 120 cm hoher Stängel mit zahlreichen Blütenkörben aus der Blattrosette. Die hübschen, meist himmelblauen Blütenkörbe sitzen an den Achseln der Verzweigungen oder an den Enden der Seitentriebe. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie der Wiesen-Löwenzahn besitzt die Wegwarte <strong><mark>ausschließlich Zungenblüten</mark></strong>. An ihren Enden sind diese mit jeweils 5 Zähnchen versehen. <br>Die himmelblaue Blütenfarbe ist innerhalb der Familie der Korbblütler unter den Vertretern mit Milchsaft übrigens eine Ausnahme! In seltenen Fällen kann die Wegwarte auch weiß oder rosa blühen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wechselständig am Stängel angeordneten, sitzenden Blätter sind relativ klein und geteilt bis ungeteilt. Nach der Blüte reifen in den Körben kleine, kantig und nur wenige Millimeter große Nussfrüchte heran.</p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Bluete.jpg" alt="" class="wp-image-5431 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Bluete.jpg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Bluete-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Bluete-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Bluete-600x800.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Bluete-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>



<h3 class="wp-block-heading">Verwandte der Gewöhnlichen Wegwarte</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Verschiedene <strong><mark>bitterstoffreiche Salate</mark></strong> wie Zuckerhut, Radicchio, Chicorée und Endivie sind durch Züchtung aus der Wegwarte hervorgegangen und gehören damit ebenfalls zur Gattung der Wegwarten. <br>Die <strong><mark>Wurzel-Wegwarte</mark> </strong><em>(Cichorium intybus var. sativum)</em>, aus der professionell Wegwartenkaffee hergestellt wird, ist ebenfalls eine Zuchtform mit sehr großer, bis zu 500 g schwerer Rübe! <br>Wir können Zichorienkaffee allerdings genauso aus der wilden Wegwarte vom Straßenrand herstellen. Der Geschmack ist fast gleich – nur der Ertrag ist etwas geringer.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Symbolik der Wegwarte</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wegwarte steht seit alters her symbolisch für treue, unbeirrbare Liebe und Standhaftigkeit. <br>In vielen Geschichten ist diese Liebe meist mit sehnsüchtigem, vergeblichem Warten verbunden.<br>Man glaubte früher auch an die Zauberkraft der Wegwarte. Vor allem weißblühende Wegwarten sollten denjenigen, der die Blüte bei sich trug, unsichtbar machen, eine am 29. Juni (Peter und Paul) ausgegrabene Wurzel gar Schlösser aufspringen lassen. Lange hielt sich auch der Glaube, dass Wegwartenblüten verwunschene Menschen sind. Die Geschichten, die sich um die Wegwarte ranken, könnte lange fortgesetzt werden…</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="5434" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Blatt.jpeg" alt="" class="wp-image-5434" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Blatt.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Blatt-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Blatt-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Blatt-600x800.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Blatt-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">links: Löwenzahn –&nbsp;rechts: Wegwarte</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="700" height="934" data-id="5435" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Wurzel.jpeg" alt="" class="wp-image-5435" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Wurzel.jpeg 700w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Wurzel-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Wurzel-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Wurzel-600x800.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Wurzel-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption class="wp-element-caption">links: Löwenzahn –&nbsp;rechts: Wegwarte</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" data-id="5436" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Rosette.jpeg" alt="" class="wp-image-5436" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Rosette.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Rosette-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Rosette-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Rosette-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blattrosette einer Wegwarte</figcaption></figure>
</figure>



<h3 class="wp-block-heading">Wegwarte in der Naturheilkunde</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Schon im Altertum war die Wegwarte eine anerkannte Heilpflanze. So schreiben beispielsweise Dioskurides und Plinius über ihre adstringierende und magenberuhigende Wirkung. Funde aus der Bronzezeit bestätigen ihre Verwendung in Mitteleuropa seit langer Zeit. <br>In den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts wird die Wegwarte als wichtiges Mittel bei Magen-, Leber-, Nieren- und Drüsenleiden sowie bei Fieber beschrieben. <strong><mark>Hieronymus Bock</mark></strong> widmet der Pflanze in seinem<mark> <strong>Kreutterbuch</strong></mark> mehrere Seiten und empfiehlt beispielsweise einen Dekokt aus in Wasser oder Wein gekochter Wegwartenwurzel zur Pflege von Milz und Leber. Auch eine blutreinigende Frühjahrskur wird schon in diesen Werken empfohlen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch heute noch verwendet man Auszüge aus verschiedenen Pflanzenteilen des Wegwarte bei den oben genannten Indikationen – unsere Vorfahren wussten also schon gut Bescheid! <br>Die Wegwarte kommt heute wie damals auch aufgrund ihrer appetitanregenden, verdauungsfördernden, adstringierenden und entzündungshemmenden Eigenschaften zur Anwendung. Auszüge vor allem aus Wurzeln und Blättern zeigen gute Erfolge bei rheumatischen Beschwerden und besitzen cholesterinsenkende, antibakterielle und antidiabetische Wirkung. <br>Die Wegwarte gilt seit alters her als Stärkungsmittel für die Bauchspeicheldrüse und wird volksmedizinisch bei Diabetes eingesetzt. In Bezug auf Diabetes gibt es vor allem in den letzten 20 Jahren verschiedene interessante Studien – hier kommt immer häufiger auch ein Extrakt aus den Samen mit Erfolg zur Anwendung. <br>Blätter, Wurzeln und Samen werden meist als Tee, Tinktur oder Pflanzensaft verwendet. <br><br><strong><mark>Kräuterpfarrer Weidinger</mark></strong> erwähnt übrigens in einem seiner ersten Werke, dass er für heilkundliche Anwendungen vor allem die Wildform der Wegwarte <em>(Cichorium intybus)</em> und nicht die ertragreichere Wurzel-Wegwarte <em>(Cichorium intybus var. sativum)</em>, was wir durchaus einleuchtend finden. <br><br>Die Blüten der Wegwarte sind auch als Bachblüte Nr. 14 (Chicory) bekannt und stehen in diesem Zusammenhang dafür, sich selbstloser Liebe zu nähern und den Menschen aus egoistischen Liebesverhältnissen zu befreien.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Inhaltsstoffe der Wegwarte</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hier die interessanten Inhaltsstoffe<strong> </strong>der Wegwarte zusammengefasst: Vor allem in Blättern und Wurzeln ist viel Inulin (50-60%) enthalten, darüber hinaus Vitamin C, Calcium, Magnesium, Eisen und Kalium. Ebenso ist die Pflanze reich an Bitterstoffen und Chicoréesäure.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kulinarisches zur Wegwarte findest du </strong><a href="https://aaw.quantenfrosch.at/panna-cotta-mit-wegwartenkaffee/"><strong>in diesem Beitrag!</strong></a></p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" data-id="5443" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Blatt-1.jpeg" alt="" class="wp-image-5443" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Blatt-1.jpeg 1024w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Blatt-1-300x225.jpeg 300w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Blatt-1-768x576.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Blatt-1-800x600.jpeg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Blatt-1-480x360.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwarte-Blatt-1-640x480.jpeg 640w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">behaartes Blatt der Wegwarte</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="5442" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwartewurzel.jpeg" alt="" class="wp-image-5442" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwartewurzel.jpeg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwartewurzel-300x225.jpeg 300w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwartewurzel-768x576.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwartewurzel-480x360.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/09/Wegwartewurzel-640x480.jpeg 640w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">eine stattliche Wegwartewurzel</figcaption></figure>
</figure>



<h3 class="wp-block-heading">Interessante Literatur zum Thema</h3>



<p class="wp-block-paragraph">&#8212; <strong>Bäumler, Siegfried:</strong> Heilpflanzenpraxis Heute. Arzneipflanzenporträts. 3. Aufl., München: Elsevier, 2021.<br>&#8212; <strong>Bock, Hieronymus:</strong> Kreütterbuch, darin underscheidt, Nammen und Würkung der Kreütter, Stauden, Hecken unnd Beumen, sampt ihren Früchten, […]. Item von den vier Elementen, zamen und wilden Thieren, […]. Jetzund auffs new mit allem fleiß vbersehen, und mit vilen nützlichen Experimenten gebessert und gemehrt. […] Durch den Hochgelehrten Melchiorem Sebizium Silesium. Straßburg: Rihel 1577, Digitalisat Bayrische Staatsbibliothek, München.<br>&#8212; <strong>Petrović Aleksandra</strong> et al.: Antidiabetic effects of polyherbal mixture made of Centaurium erythraea, Cichorium intybus and Potentilla erecta. J Ethnopharmacol. 2023 Aug 13;319(Pt 1):117032. doi: 10.1016/j.jep.2023.117032. Epub ahead of print. PMID: 37582477.<br>&#8212; <strong>Pourfarjam Yasin</strong> et al.: Effect of Cichorium intybus L. seed extract on renal parameters in experimentally induced early and late diabetes type 2 in rats. Ren Fail. 2017 Nov;39 (1): 211-221. doi: 10.1080/0886022X.2016.1256317. Epub 2016 Nov 16. PMID: 27846769; PMCID: PMC6014526.<br>&#8212; <strong>Weidinger, Hermann Josef:</strong> Heilkräuter anbauen, sammeln, nützen, schützen. Wien – Heidelberg: Ueberreuter, 1983.<br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/die-gewoehnliche-wegwarte-schoenheit-mit-vielen-vorzuegen/">Die Gewöhnliche Wegwarte – Schönheit mit vielen Vorzügen</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://aaw.quantenfrosch.at/die-gewoehnliche-wegwarte-schoenheit-mit-vielen-vorzuegen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Alpenampfer – Delikatesse von der Alm</title>
		<link>https://aaw.quantenfrosch.at/der-alpenampfer-delikatesse-von-der-alm/</link>
					<comments>https://aaw.quantenfrosch.at/der-alpenampfer-delikatesse-von-der-alm/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronald und Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jun 2023 21:21:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflanzenkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Volksmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Alpenampfer]]></category>
		<category><![CDATA[Alpenpflanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Rumex]]></category>
		<category><![CDATA[Rumex alpinus]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversorgung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://aaw.quantenfrosch.at/?p=5248</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Frühsommer geht es wieder auf die Almen in nah und fern, weshalb wir uns diesmal einer besonders interessanten Pflanze widmen, die uns dort reichlich zur Verfügung steht: dem vielseitig verwendbaren Alpenampfer (Rumex alpinus). Die bis zu einem Meter hohe Wildpflanze ist eine kulinarische Delikatesse, die uns mehr als reichlich zur Verfügung steht&#160;und sogar ein wenig eingedämmt [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/der-alpenampfer-delikatesse-von-der-alm/">Der Alpenampfer – Delikatesse von der Alm</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br>Im Frühsommer geht es wieder auf die Almen in nah und fern, weshalb wir uns diesmal einer besonders interessanten Pflanze widmen, die uns dort reichlich zur Verfügung steht: dem vielseitig verwendbaren <mark><strong>Alpenampfer</strong></mark><strong> </strong>(<em>Rumex alpinus</em>). </p>



<span id="more-5248"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Die bis zu einem Meter hohe Wildpflanze ist eine kulinarische Delikatesse, die uns mehr als reichlich zur Verfügung steht&nbsp;und sogar ein wenig eingedämmt werden sollte. Dem Sammeln von&nbsp;Alpenampfer&nbsp;steht also nichts im Weg – zumindest ab 1000 Metern Seehöhe.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:auto 33%"><div class="wp-block-media-text__content">
<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Einige botanische Details</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Alpenampfer ist ein <strong><mark>Knöterichgewächs</mark> </strong>(Polygonaceae) und als Gebirgspflanze vor allem von 1000 bis 2600 Meter Seehöhe zu finden. <br>Almwiesen- und -weiden, feuchte Hochstaudenfluren, entlang von Waldwegen und Flächen mit hohen Nährstoffgehalten zählen zu seinen <strong><mark>Lebensräumen</mark></strong>. <br>Der Alpenampfer zeigt hohe Stickstoffgehalte im Boden an und wird vom Weidevieh aufgrund seines hohen Oxalsäuregehalts nicht gefressen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong><mark>Laubblätter</mark></strong> mit ihrem <mark><strong>langen Blattstiel</strong></mark> sind schraubig am Stängel angeordnet und bilden in Bodennähe eine Rosette. Die ungeteilten Laubblätter können durchaus 50 cm lang werden, Laubblätter in Bodennähe sind oft herzförmig.<br></p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-Blatt.jpeg" alt="" class="wp-image-5249 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-Blatt.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-Blatt-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-Blatt-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-Blatt-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:auto 33%"><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Die Blattstiele und die bis zu 1 Meter hohen Stängel besitzen<strong><mark> rote Längsstreifen.</mark></strong><br>Am oberen Stielende sitzen an anliegenden, rispenartigen Verzweigungen zwittrige Blüten.<br>Die <mark><strong>Blütezeit</strong> </mark>reicht von Juni bis August. Nach der Blüte bildet die Pflanze auffällige, rotbraune <strong><mark>Nussfrüchte</mark></strong> aus. Die mächtigen Fruchtstände sterben nach den ersten Frösten ab und bleiben im vertrockneten Zustand oft auch über den Winter erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele Wildpflanzen bildet der Alpenampfer <mark><strong>unterirdische Rhizome</strong> </mark>aus, die sich über Ausläufer ausbreiten und mit zunehmendem Alter der Pflanze verholzen. So können großflächige Bestände der ausladenden Pflanze entstehen, mit denen Bergbauern meist wenig Freude haben. </p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Blattstiel-Alpenampfer.jpeg" alt="" class="wp-image-5262 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Blattstiel-Alpenampfer.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Blattstiel-Alpenampfer-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Blattstiel-Alpenampfer-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Blattstiel-Alpenampfer-600x800.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Blattstiel-Alpenampfer-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Da das Weidevieh den&nbsp;Alpenampfer&nbsp;ungern frisst, verdrängt die großflächig auftretende Pflanze bessere Futterpflanzen. Aus diesem Grund wurde der&nbsp;Alpenampfer&nbsp;früher systematisch von Weiden entfernt.&nbsp;&#171;Ampferstechen&#187;, das Ausstechen von Alpenampferpflanzen, ist einigen von uns auch heute noch noch bekannt und wird zuweilen noch immer praktiziert.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Nutzung des Alpenampfers</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Alpenampfer wird gerne als <strong><mark>Butterpletschn, Scheissplotschn, Saustampfer</mark> </strong>oder auch <strong><mark>Mönchsrhabarber</mark></strong> bezeichnet und hat in alpinen Regionen eine lange Geschichte als Nahrungs-, Nutz- und Heilpflanze. In früheren Jahrhunderten galt er angeblich als das wichtigste Wildgemüse in alpinen Regionen und war bis ins frühe 20. Jahrhundert eine der am besten erforschten Alpenpflanzen. Nicht zu Unrecht, denn die mächtige Pflanze bietet wirklich reichlich Material für unterschiedlichste Zubereitungen und Verwendungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In erster Linie wurde die Pflanze kulinarisch verwendet, doch auch volksmedizinisch fand der Alpenampfer früher verschiedene Einsatzgebiete. Die Pflanze ist reich an Vitamin C und Mineralstoffen und enthält darüber hinaus Eiweiß, Flavonoide, Gerbstoffe, Antrachinone,&nbsp; Bitterstoffe und auch Oxalsäure.<br><br>Aus den jungen Laubblättern wurde im Frühjahr ein Teeaufguss zur Entschlackung und Blutreinigung sowie bei Husten getrunken. Alpenampfertee wirkt darüber hinaus harntreibend und verdauungsfördernd. Er regt die Gallensaftproduktion an und gilt als appetitanregend. Äußerlich wurden aus allen Pflanzenteilen Breiumschläge bei Hautleiden angewendet. Bündel frischer Laubblätter wurden auf heißer Glut geschmort und die inneren, nicht verkohlten Blätter auf Wunden aufgelegt. Die im Herbst ausgegrabenen Wurzeln setzte man als Teeaufguss bei Verstopfung ein. Große Blätter wurden sogar als WC-Papier verwendet.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-5 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" data-id="5255" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-1.jpg" alt="" class="wp-image-5255" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-1.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-1-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-1-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-1-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Alpenampfer Ende Juli</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" data-id="5256" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-2.jpg" alt="Rumex alpinus" class="wp-image-5256" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-2.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-2-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-2-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-2-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Alpenampfer Anfang Juni</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="670" height="893" data-id="5257" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-1.jpeg" alt="Rumex alpinus" class="wp-image-5257" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-1.jpeg 670w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-1-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-1-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-1-600x800.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2023/06/Alpenampfer-1-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 670px) 100vw, 670px" /><figcaption class="wp-element-caption">Es gibt genug davon 🙂</figcaption></figure>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn der Alpenampfer bei Weidetieren unbeliebt ist, verwendete man ihn früher durchaus als Futtermittel. Ampferblätter wurden in großen Mengen gekocht, siliert, mit heißem Wasser und Küchenabfällen vermischt und anschließend an Rinder und Schweine verfüttert. Dieser Brei wurde <mark><strong>Mass</strong> </mark>(= mittelhochdeutsch für &#171;Speise, Mehl&#187;) genannt und in harten Wintern in der Schweiz und einigen Bundesländern Österreichs sogar von der Bevölkerung gegessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie man den Alpenampfer kulinarisch verarbeitet sowie eines unserer Lieblingsrezepte findet ihr <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/alpenampfer-zwiebel-marmelade/"><mark><strong>in diesem Beitrag zum Alpenampfer.</strong></mark></a></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Interessante Literatur zum Alpenampfer</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">&#8212; <mark><strong>Brockmann-Jerosch, Heinrich:</strong> </mark>Surampfele und Surchrut. Ein Rest aus der Sammelstelle der Ureinwohner der Schweizer Alpen. In: Neujahrsblatt der naturforschenden Gesellschaft in Zürich auf das Jahr 1921. S. 1-28<br>&#8212; <mark><strong>Machatschek, Michael:</strong> </mark>Nahrhafte Landschaft: Ampfer, Kümmel ,Wildspargel, Rapunzelgemüse, Speiselaub und andere wiederentdeckte Nutz- und Heilpflanzen. 2., unveränderte Aufl., Wien (u.a.): Böhlau, 2003.<br>&#8212; <strong><mark>Pötsch, E.M.</mark></strong>: Historisches zum Ampfer. 7. Alpenländisches Expertenforum, BAL Gumpenstein, S. 29-32.<br>&#8212; <strong><mark>Schröter, Carl:</mark></strong> Das Pflanzenleben der Alpen. Zürich: Verlag Albert Raustein, (1908).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/der-alpenampfer-delikatesse-von-der-alm/">Der Alpenampfer – Delikatesse von der Alm</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://aaw.quantenfrosch.at/der-alpenampfer-delikatesse-von-der-alm/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gemeiner Samtfußrübling – Vitalpilz im Winter</title>
		<link>https://aaw.quantenfrosch.at/samtfussruebling/</link>
					<comments>https://aaw.quantenfrosch.at/samtfussruebling/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronald und Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Dec 2022 21:55:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pilzkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Volksmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Flammulina velutipes]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeiner Samtfußrübling]]></category>
		<category><![CDATA[Heilpilz]]></category>
		<category><![CDATA[Mykologie]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversorgung aus der Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Speisepilz]]></category>
		<category><![CDATA[Vitalpilz]]></category>
		<category><![CDATA[Winterpilz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://aaw.quantenfrosch.at/?p=4725</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wir freuen uns sehr darüber, wenn das Thermometer in der Nacht nun endlich unter Null Grad anzeigt. Auch den Gemeinen Samtfußrübling (Flammulina velutipe), einen unserer Winter-Highlights unter den Pilzen, freut das. Neben einigen anderen Winterpilzen, die einen Kälteschock zum Ausbilden von Fruchtkörpern brauchen, finden wir unseren Lieblingspilz erst nach dem ersten Kälteeinbruch. Der Samtfußrübling mag es nicht wärmer [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/samtfussruebling/">Gemeiner Samtfußrübling – Vitalpilz im Winter</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br>Wir freuen uns sehr darüber, wenn das Thermometer in der Nacht nun endlich unter Null Grad anzeigt. Auch den <mark><strong>Gemeinen Samtfußrübling</strong></mark> <em>(<mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Flammulina velutipe</mark>)</em>, einen unserer Winter-Highlights unter den Pilzen, freut das. </p>



<span id="more-4725"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Neben einigen anderen Winterpilzen, die einen Kälteschock zum Ausbilden von Fruchtkörpern brauchen, finden wir unseren Lieblingspilz erst nach dem ersten Kälteeinbruch. Der Samtfußrübling mag es nicht wärmer als 15 Grad Celsius und gedeiht auch bei Minusgraden. Selbst längeren Frost übersteht er gut.<br>Auch wenn der Pilz in Mitteleuropa sehr häufig ist, zählt er bei uns keinesfalls zu den bekannten Speisepilzen. In China, Japan und anderen Ländern Ostasiens ist er dagegen einer der wichtigsten Pilze in Küche und Heilkunde. Er wird übrigens in China schon seit über 1000 Jahren gezüchtet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest im asiatischen Raum belegen viele aussagekräftige Studien das große heilkundliche Potential des Samtfußrüblings, der in diesen Ländern auch medizinisch genutzt wird. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Bestimmung des Gemeinen Samtfußrüblings<br></h2>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:auto 35%"><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Der&nbsp;<mark><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Gemeine Samtfußrübling</mark></strong>&nbsp;</mark>gedeiht vor allem auf abgestorbenen oder geschwächten Laubhölzern. <br>Dabei bevorzugt er Weiden und Pappeln, kommt aber auch auf anderen Laubbäumen vor. Wir finden ihn meist auf Salweiden (&#171;Palmkätzchen&#187;).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um Fruchtkörper auszubilden benötigt der Pilz&nbsp;einen&nbsp;<strong><mark>Kälteschock</mark></strong>,&nbsp;bei dem eine Temperaturschwelle von Null Grad Celsius unterschritten wird. Damit viele Fruchtkörper ausgebildet werden, sollte die Temperatur konstant unter 15 Grad Celsius liegen. Spezielle Zuckerverbindungen und Eiweiß-Moleküle ermöglichen es dem Samtfußrübling, dass seine Fruchtkörper bei Frost zwar einfrieren, aber nicht absterben. Sie stellen nur ihr Wachstum ein und wachsen bei Temperaturen über Null Grad weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/11/Samtfussrüblinge.jpg" alt="" class="wp-image-4727 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/11/Samtfussrüblinge.jpg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/11/Samtfussrüblinge-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/11/Samtfussrüblinge-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/11/Samtfussrüblinge-600x800.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/11/Samtfussrüblinge-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:auto 35%"><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="has-normal-font-size wp-block-paragraph">Der<strong><mark>&nbsp;<mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Hut</mark></mark></strong>&nbsp;besitzt einen Durchmesser von 3 bis 10 cm (selten bis 15 cm). Die Hutoberseite ist meist etwas schleimig oder klebrig und honiggelb bis rostbraun gefärbt. Die hellen Lamellen sind ausgebuchtet und am Stiel angewachsen. An der Anwuchsstelle weisen sie einen sogenannten <strong><mark>Burggraben</mark></strong> (= Vertiefung) auf. <br>Die Hauptlamellen reichen vom Hutrand bis zum Stiel, die Zwischenlamellen sind kürzer.</p>



<p class="has-normal-font-size wp-block-paragraph">Der ringlose, hohle, gelb bis ockerfarbene <strong><mark>Stiel</mark></strong> ist meist 5-10 Zentimeter hoch, selten höher. In Richtung Stielbasis ist der Stiel auffällig dunkel und samtig – daher stammt der Name „Samtfußrübling“.<br>Wir finden den Gemeinen Samtfußrübling zwischen September und April, wobei er in unseren Breiten meist ab November häufig zu finden ist.</p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/11/Samtfussrüblinge-1.jpeg" alt="Flammulina velutipes" class="wp-image-4733 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/11/Samtfussrüblinge-1.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/11/Samtfussrüblinge-1-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/11/Samtfussrüblinge-1-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/11/Samtfussrüblinge-1-600x800.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/11/Samtfussrüblinge-1-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Gemeine Samtfußrübling als Heilpilz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als <strong><mark>traditioneller Heilpilz </mark></strong>kommt der Gemeine Samtfußrübling in China und Japan bei Bluthochdruck, Lebererkrankungen und Magenproblemen zur Anwendung. Die leberstärkenden Eigenschaften des Pilzes sind für eine gesunde Psyche von Vorteil, weshalb der regelmäßige Konsum von Samtfußrüblingen auch stimmungsaufhellend wirken kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon in den 1960er Jahren bemerkte man in Japan in Regionen, in denen der Samtfußrübling gezüchtet wurde, weit weniger Krebserkrankungen als in den anderen Teilen des Landes. Umfangreiche Studien ergaben, dass dies mit dem besonders hohen Verzehr des Pilzes in diesen Regionen zu tun hatte. Viele Studien aus dem asiatischen Raum belegen mittlerweile, dass vor allem die beiden Glykoproteine <mark><strong>Proflamin</strong></mark> und <strong><mark>Flammulin</mark></strong> für die antitumorale Wirkung des Pilzes verantwortlich sind.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:auto 35%"><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="has-normal-font-size wp-block-paragraph">Der Samtfußrübling gilt heute in Ostasien vor allem bei Brustkrebs und Prostatakrebs sowie bei Sarkomen als wichtiger Heilpilz. Auch bei Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommt er zum Einsatz, da die Einnahme des Pilzes den Blut-Histamingehalt reduziert. Nicht zu vergessen sind seine virenhemmenden, gefäßerweiternden und blutdruckregulierenden Eigenschaften.<br>Um die gesundheitlich interessanten Inhaltsstoffe für unseren Körper verfügbar zu machen, sollte der Pilz so oft wie möglich gegessen werden. Laut Studien müssten allerdings über einen längeren Zeitraum 30 bis 50 g frische Pilze verzehrt werden. Diese Menge wird man selbst bei sehr engagierter Pilzsuche wohl nicht dauerhaft schaffen, aber wir können uns den Pilz auf verschiedene Art in unsere Küche holen bzw. zu uns nehmen:<br></p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="700" height="933" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Samtfussrübling-4.jpeg" alt="Flammulina velutipes" class="wp-image-4739 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Samtfussrübling-4.jpeg 700w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Samtfussrübling-4-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Samtfussrübling-4-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Samtfussrübling-4-600x800.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Samtfussrübling-4-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Da wir den Samtfußrübling über einen langen Zeitraum in der Natur sammeln können, können wir auf einfache Weise Vorräte mit&nbsp;ihm anlegen. Geht er einmal aus, so kann er frisch als <strong><mark>Enoki</mark></strong> (die japanische Zuchtform) gekauft werden und noch dazu lässt er sich gut in Haus und Garten züchten. Auch die Einnahme von Pilzextrakten aus seriösen Quellen ist zu empfehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den kulinarischen Verwendungsmöglichkeiten des Pilze findest du <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/der-gemeine-samtfussruebling-kulinarisch/"><mark><strong>in diesem Blogbeitrag </strong></mark></a>genauere Infos!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Samtfußrüblinge bestehen übrigens zu 89 % aus Wasser. Die verbleibenden 11 % Trockenmasse setzen sich vor allem aus Proteinen, Kohlehydraten, Mineralstoffen, Fetten, Vitaminen (z.B. Vitamin B3 –&nbsp;Niacin), Sesquiterpenen und Sterolen zusammen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verwechslungspilze</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gemeine Samtfußrübling hat einige <mark><strong>giftige Verwechslungpilze,</strong></mark> die man zwar mit etwas Kenntnis sehr gut bestimmen kann, auf die wir aber hinweisen möchten.<br>So kann man ihn mit dem tödlich giftigen&nbsp;<strong><mark>Gifthäubling</mark></strong> <em>(Galerina marginata)</em><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">&nbsp;</mark>und mit dem ebenfalls giftigen<strong><mark>&nbsp;Grünblättrigen Schwefelkopf </mark></strong><em>(Hypholoma fasciculare)&nbsp;</em>verwechseln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <mark><strong>Gifthäubling</strong></mark> wächst im Vergleich zum Samtfußrübling zwar bevorzugt auf abgestorbenen Nadelbäumen, kommt aber auch auf abgestorbenen Laubbäumen vor. Wir finden ihn von August bis November, während der Samtfußrübling erst ab den ersten kalten Nächten mit der Ausbildung von Fruchtkörpern beginnt. Es gibt allerdings eine Zeitspanne, in der beide Pilze gedeihen! Der Gifthäubling unterscheidet sich vom Samtfußrübling durch einen braunen bis silbrigen, flockig-faserig überzogenen Stiel, der immer einen dünnen, zumindest angedeuteten Ring aufweist – ein gutes Unterscheidungsmerkmal! </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der&nbsp;<mark><strong>Grünblättrige Schwefelkopf</strong></mark><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">&nbsp;</mark>wächst gerne an toten Laub- und Nadelholzbaumstümpfen. Ihn finden wir von Mai bis in den Winter. Die Hutoberseite ist schwefelgelb bis rotbraun und zum Rand hin oft heller. <br>Die Hutoberseite ist im Gegensatz zum Samtfußrübling trocken, der Stiel in Gelbtönen, zur Spitze hin meist hellgelb bis schwefelgelb. Die Lamellen sind im jungen Zustand grüngelb und im Alter dunkelbraun.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-6 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="4743" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Samtfuss-2-768x1024.jpg" alt="Flammulina velutipes" class="wp-image-4743" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Samtfuss-2-768x1024.jpg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Samtfuss-2-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Samtfuss-2-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Samtfuss-2-600x800.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Samtfuss-2-360x480.jpg 360w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Samtfuss-2.jpg 800w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gemeiner Samtfußrübling</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="650" height="867" data-id="4744" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Schwefelkopf-4-1.jpg" alt="Schwefelkopf" class="wp-image-4744" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Schwefelkopf-4-1.jpg 650w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Schwefelkopf-4-1-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Schwefelkopf-4-1-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Schwefelkopf-4-1-600x800.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Schwefelkopf-4-1-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 650px) 100vw, 650px" /><figcaption class="wp-element-caption">Grünblättriges Schwefelköpfchen</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="700" height="933" data-id="4742" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Gifthäubling-2.jpg" alt="Galerina marginata" class="wp-image-4742" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Gifthäubling-2.jpg 700w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Gifthäubling-2-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Gifthäubling-2-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Gifthäubling-2-600x800.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/12/Gifthäubling-2-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gifthäubling</figcaption></figure>
</figure>



<h3 class="wp-block-heading">Interessante Literatur zum Thema</h3>



<p class="wp-block-paragraph">&#8212; Guthmann, Jürgen: Heilende Pilze. Die wichtigsten Arten der Welt. 2. Aufl., Wiebelsmheim: Quelle &amp; Meyer, 2020.<br>&#8212; Rebensburg, Philip u. Andreas Kappl: Gesund mit Heilpilzen. Immunsystem stärken, Krankheiten heilen und Beschwerden lindern. München: Riva, 2020.<br>&#8212; Tang, Calyn (u.a.): Golden Needle Mushroom: A Culinary Medicine with Evidenced-Based Biological Activities and Health Promoting Properties. In: Frontiers in pharmacology. 07 Dec. 2016. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/samtfussruebling/">Gemeiner Samtfußrübling – Vitalpilz im Winter</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://aaw.quantenfrosch.at/samtfussruebling/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Kohldistel – Feines Wildgemüse</title>
		<link>https://aaw.quantenfrosch.at/die-kohldistel-feines-wildgemuese/</link>
					<comments>https://aaw.quantenfrosch.at/die-kohldistel-feines-wildgemuese/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christina Bachl-Hofmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Sep 2022 13:34:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kulinarik]]></category>
		<category><![CDATA[Pflanzenkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Volksmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Foraging]]></category>
		<category><![CDATA[Kohl-Kratzdistel]]></category>
		<category><![CDATA[Kohldistel]]></category>
		<category><![CDATA[Wildgemüse]]></category>
		<category><![CDATA[Wildkräuter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://aaw.quantenfrosch.at/?p=4635</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Spätsommer ist hierzulande mittlerweile oft die schwierigste Jahreszeit für die Kräuterernte. Trotzdem finden wir auch in dieser Zeit sehr verlässliche Wildpflanzen, die uns vom Frühsommer bis zum Herbst in größeren Mengen und guter Qualität zur Verfügung stehen. Eine davon ist die Kohl-Kratzdistel (Cirsium oleracium), oft auch unter dem Namen „Kohldistel“ bekannt, die wir aufgrund [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/die-kohldistel-feines-wildgemuese/">Die Kohldistel – Feines Wildgemüse</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br>Der Spätsommer ist hierzulande mittlerweile oft die schwierigste Jahreszeit für die Kräuterernte. Trotzdem finden wir auch in dieser Zeit sehr verlässliche Wildpflanzen, die uns vom Frühsommer bis zum Herbst in größeren Mengen und guter Qualität zur Verfügung stehen. </p>



<span id="more-4635"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Eine davon ist die <strong><mark>Kohl-Kratzdistel (Cirsium oleracium)</mark></strong>, oft auch unter dem Namen „Kohldistel“ bekannt, die wir aufgrund ihrer vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten besonders gerne verarbeiten. Ende August und den ganzen September ist sie das grünste Wildgemüse, dass wir finden können. Schon ihr Name „oleraceum“ (= „kohlartig“) deutet auf die kulinarische Verwendung der Pflanze hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kohldistel ist ein besonderes kulinarisches Highlight. Wenige Wildpflanzen können so vielseitig und kreativ genützt werden –&nbsp;schade nur, dass sie kulinarisch so vernachlässigt wird und sich ihre Erwähnung in Kochbüchern meist auf die Beigabe zu Spaghetti-Saucen erschöpft. Wobei, einige Haubenköche haben sie längst entdeckt –&nbsp;also könnten auch wir die durchaus häufige Pflanze in unseren Speiseplan einbauen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einige botanische Merkmale zur Kohldistel</h2>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:auto 41%"><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>Pflanzenfamilie:</mark></mark> </strong>Korbblütler<br><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>Standort:</mark> </mark></strong>Wir finden die Kohldistel vom Tiefland bis in ca. 2000 Seehöhe vor allem in feuchten Wiesen, frischen Laub- und Auwäldern, entlang von halbschattigen Waldwegen und feuchten Staudenfluren. Als Nässezeiger gedeiht sie auch entlang von Gewässern und in Quellgebieten. Sie liebt stark gedüngte Böden und bildet oft größere, zusammenhängende Bestände.<strong><br></strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Blätter und Stängel:</mark></strong> </mark>Im Gegensatz zu anderen Kratzdistel-Arten bildet die Kohldistel keine spitzen Dornen aus. Ihre weichen Blätter sind nur an den Rändern mit feinen Dornen besetzt. Die jungen, meist ungeteilten Blätter erscheinen ab Frühling in Blattrosetten. Mit Fortdauer des Jahres bildet die Pflanze immer mehr geteilte Blätter. Auf dem Weg zur Blütezeit wachsen pro Pflanze ein oder mehrere Stängel mit schraubig gestellten Blättern bis zu 1,5 Metern in die Höhe. Die Blätter am Stängel sind stiellos, in Bodennähe aber immer gestielt.</p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-Blätter.jpg" alt="" class="wp-image-4639 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-Blätter.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-Blätter-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-Blätter-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-Blätter-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure></div>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:auto 41%"><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>Blüten und Blütezeit:</mark></mark></strong> Kohldisteln blühen von Juni bis September mit auffallend blassgelben Blütenkörben.<br><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>Früchte:</mark></mark></strong> Ihre Samen (Früchte) erscheinen ab Ende August.<br><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Unterirdisch</mark></strong> </mark>besitzt die <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>mehrjährige Pflanze</mark></mark></strong> ein aus vielen kleinen, etwas verdickten, dicht zusammenstehenden Abschnitten bestehendes Rhizom (= Wurzelstock), das leicht mit einer kleinen Schaufel ohne viel Aufwand ausgegraben werden kann.<br><strong><br><mark><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Verwendete Pflanzenteile:</mark> </mark></strong>Blätter, Triebe, Blüten, Wurzeln, Samen<br><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Sammelzeit: </mark></strong></mark>Blätter: April bis Ende September<br>Blütenknospen und Blüten: Juli bis September<br>Rhizom: September bis März</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>Inhaltsstoffe: </mark></mark></strong>Gerbstoffe, Alkaloide, ätherisches Öl, Chlorophyll, Flavonoide, Inulin in den Wurzeln</p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="591" height="800" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohl-Kratzdistel.jpeg" alt="" class="wp-image-4648 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohl-Kratzdistel.jpeg 591w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohl-Kratzdistel-222x300.jpeg 222w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohl-Kratzdistel-480x650.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohl-Kratzdistel-355x480.jpeg 355w" sizes="(max-width: 591px) 100vw, 591px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading"><mark>Zur kulinarischen Verwendung der Kohldistel</mark></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die weichen, großen <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Blätter der Kohldistel </mark></strong></mark>stechen kaum. Sie ergeben einen feinen Wildspinat und passen auch gut in grüne Suppen. Junge Blätter schmecken dabei angenehm mild bis nussig. Große, ältere Blätter können jedoch einen leicht herben Beigeschmack besitzen. Blanchiert und püriert färben sie jede Speise satt grün: egal, ob Brotteig, Pfannkuchen oder auch Süßspeisen wie Eis.<br><br>Kurz überbrüht eignen sich Kohldistelblätter perfekt zum Umhüllen von Füllungen in Form von Päckchen oder Rouladen. Sehr junge Blätter können im späten Frühjahr auch roh gegessen werden.<br>Kohldistelblätter können so lange verwendet werden, so lange sie zart sind, was meist bis Ende September möglich ist. Wir kochen vor allem im Spätsommer und frühen Herbst sehr häufig mit der Kohldistel, weshalb wir schon eine stattliche Rezeptsammlung besitzen. Vielleicht probiert ihr einmal unsere <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/fruehlingsrollen-von-der-kohldistel/"><strong>Kohldistel-Frühlingsrollen</strong></a>,  oder unser<a href="https://aaw.quantenfrosch.at/feines-kohldistel-eis/"> <strong>Kohldisteleis</strong></a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders interessant sind auch die noch geschlossenen <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Blütenknospen</mark></strong></mark>, die süß-sauer eingelegt, ähnlich wie Artischocken schmecken. Die kleinen <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Blütenböden</mark></strong></mark> gelten als besondere Delikatesse – es ist allerdings schwierig, davon eine ausreichende Menge zu erhalten. Ihre blassgelben <mark><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong>Blüten</strong></mark> </mark>eignen sich als hübsche essbare Dekoration. <br>Blütenknospen, Blüten und Blätter eignen sich außerdem sehr gut zur Käseherstellung, da sie Milch gerinnen lassen. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Rezept zur Herstellung von <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/distelfrischkaese-im-kohldistelblatt/"><strong>Kohldistel-Frischkäse</strong></a>.<a href="https://aaw.quantenfrosch.at/feines-kohldistel-eis/"></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter der Erde bietet uns die Kohldistel ein schmackhaftes <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Rhizom</mark></strong></mark>, das wir landläufig meist als &#171;Wurzel&#187; bezeichnen. Es schmeckt aus unserer Erfahrung ähnlich der Klettenwurzel, ist aber viel leichter aus der Erde zu holen, da es aus vielen zarten Wurzeln bzw. Sprossachsen besteht. Klein geschnitten und geröstet oder gebraten passt es gut in Frühlingsrollen oder Wokgerichte. <br>Getrocknet und gemahlen wurde es früher angeblich auch als Streckmehl verwendet.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-7 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="700" height="933" data-id="4672" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel.jpg" alt="" class="wp-image-4672" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel.jpg 700w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-600x800.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kohldistel – Blütenkorb</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="4670" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-Blüte.jpg" alt="" class="wp-image-4670" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-Blüte.jpg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-Blüte-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-Blüte-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-Blüte-600x800.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistel-Blüte-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kohldistel – Blüte</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" data-id="4671" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistelrhizom.jpg" alt="" class="wp-image-4671" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistelrhizom.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistelrhizom-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistelrhizom-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/09/Kohldistelrhizom-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kohldistel – Rhizom</figcaption></figure>
</figure>



<h2 class="wp-block-heading"><mark>Die Kohldistel in der Volksmedizin</mark></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>Volksmedizinisch</mark></mark></strong> ist die Kohldistel heute kaum bekannt, jedoch wird sie schon in der Kräuterliteratur der frühen Neuzeit beschrieben, so zum Beispiel im „Plantarum seu stirpium historia“ des französischen Botanikers und Arztes Matthias de l’Obel aus dem Jahr 1576. Wie auch andere Distel-Arten der Gattung „Cirsium“ besitzt die Kohldistel keimtötende Inhaltsstoffe. Früher wurde sie in Form von Teeauszügen bei Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt, da man ihr sowohl entzündungshemmende als auch krampflösende Wirkung zuschreibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei Rheuma und Gicht sowie bei Zahnschmerzen war die Kohldistel innerlich wie äußerlich eine angeblich durchaus häufig verwendete Pflanze. Wir sind uns sicher, dass auch heilkundlich noch einiges Potential in der Kohldistel steckt. Sie regelmäßig in der Küche zu verarbeiten kann also nicht schaden.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><mark>Interessante Literatur zum Thema</mark></h3>



<p class="wp-block-paragraph">&#8212; L&#8217;Obelde, Matthias De; Pena, Pierre:&nbsp;Plantarum Seu Stirpium Historia: Cui Annexum Est Adversariorum Volumen. Antverpiae: ex officina Christophori Plantini, 1576. S. 371.<br>&#8212; Huber, Ellen: Pflanzenschätze der Ahnen. Alte Heilkunst und aktuelle Forschung. Linz: Freya 2017.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/die-kohldistel-feines-wildgemuese/">Die Kohldistel – Feines Wildgemüse</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://aaw.quantenfrosch.at/die-kohldistel-feines-wildgemuese/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zieste – Vergessene Heilpflanzen</title>
		<link>https://aaw.quantenfrosch.at/zieste-vergessene-heilpflanzen/</link>
					<comments>https://aaw.quantenfrosch.at/zieste-vergessene-heilpflanzen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronald und Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 16:21:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflanzenkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Volksmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Alpen-Ziest]]></category>
		<category><![CDATA[Heil-Ziest]]></category>
		<category><![CDATA[Pflanzenheilkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Sumpf-Ziest]]></category>
		<category><![CDATA[Wald-Ziest]]></category>
		<category><![CDATA[Ziest]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://aaw.quantenfrosch.at/?p=4543</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Sommer leuchten einige besonders schöne Wildpflanzen an Wegrändern, im Wald, auf Wiesen, an Ufern und in Gebirgsregionen. Es handelt sich um Ziest-Arten. Im Gegensatz zu anderen Lippenblütlern sind Zieste weniger bekannt, aber wahre Augenweiden und interessante Heilpflanzen. Schon die englische Pflanzenbezeichnung „Woundwort“ (= Wundkraut) deutet darauf hin, dass Zieste heilkundlich sehr geschätzt wurden. Auch [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/zieste-vergessene-heilpflanzen/">Zieste – Vergessene Heilpflanzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im Sommer leuchten einige besonders schöne Wildpflanzen an Wegrändern, im Wald, auf Wiesen, an Ufern und in Gebirgsregionen. Es handelt sich um <mark><strong>Ziest-Arten</strong></mark>. Im Gegensatz zu anderen Lippenblütlern sind Zieste weniger bekannt, aber wahre Augenweiden und interessante Heilpflanzen.</p>



<span id="more-4543"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Schon die englische Pflanzenbezeichnung „Woundwort“ (= Wundkraut) deutet darauf hin, dass Zieste heilkundlich sehr geschätzt wurden. Auch heute würden sie unserer Ansicht nach mehr Beachtung verdienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir möchten euch in diesem Beitrag den<strong><mark>&nbsp;<mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Wald-Ziest</mark></mark></strong>, den<mark> <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong>Heil-Ziest</strong></mark></mark><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"> </mark>(auch <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Echter Ziest</mark></strong> </mark>oder <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>Echte Betonie</mark></mark></strong>), den <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Sumpf-Ziest</mark></strong> </mark>und den <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Alpen-Ziest</mark></strong> </mark>näher vorstellen. Das sind allerdings nur einige wenige von rund 300 bekannten Ziest-Arten!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wort <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>Ziest</mark> </mark></strong>stammt angeblich aus dem Sorbischen <em><strong><mark>cisty</mark></strong></em> und bedeutet &#171;rein, sauber&#187;. Ebenso finden wir das Wort in anderen slawischen Sprachen mit derselben Bedeutung. &#171;Sauber&#187; und &#171;rein&#187; weist sowohl auf die Reinigung von negativen Energien wie auch auf keimtötende Wirkung von Ziest-Arten hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zieste gehören innerhalb der Familie der <strong><mark>Lippenblütler</mark></strong> (<em>Lamiaceae</em>) großteils der Gattung <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><em><mark>Stachys</mark></em></strong> </mark>an. Der <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Heil-Ziest</mark></strong> </mark>(<em>Betonica officinalis</em>) wurde vor einiger Zeit der Gattung <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><em><mark>Betonica</mark></em></strong> </mark>zugeordnet und tanzt ein wenig aus der Reihe. Die unterschiedlichen lateinischen Gattungsnamen verraten uns, dass der Heil-Ziest gar nicht so nahe mit den anderen Arten verwandt ist. Seine Inhaltsstoffe und Heilwirkung sind den anderen beschriebenen Arten allerdings durchaus ähnlich.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:auto 24%"><div class="wp-block-media-text__content">
<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Botanische Merkmale von Ziesten</mark></strong></h3>



<p class="has-normal-font-size wp-block-paragraph"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Stängel</mark>:</strong> </mark>vierkantig, an der Spitze befinden sich in Scheinwirteln angeordnete zygomorphe Blüten<br><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Blattstellung</mark>:</strong> </mark>kreuzgegenständig (charakteristisch für Lippenblütler)<br><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>Laubblätter</mark>:</mark></strong> einfach aufgebaut und unterschiedlich gesägt oder gekerbt<br><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Früchte</mark>:</strong> </mark>Nussfrüchte –&nbsp;Nach der Bestäubung durch Wildbienen fallen die zu einer Röhre verwachsenen Kronblätter ab, und innerhalb des grünen Kelches entwickeln sich vier kleine Nussfrüchte, die nach der Reife zerfallen (= Klausenfrucht).&nbsp;</p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Blatt-Ziest.jpeg" alt="" class="wp-image-4546 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Blatt-Ziest.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Blatt-Ziest-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Blatt-Ziest-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Blatt-Ziest-600x800.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Blatt-Ziest-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>



<div class="wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:auto 24%"><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="has-normal-font-size wp-block-paragraph">Die meisten Zieste, so auch die vier hier angegebenen, <br>sind <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>mehrjährige </mark></mark></strong><mark><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Pflanzen</mark></strong> </mark>und bilden ein <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>unterirdisches </mark></strong><mark><strong>Rhizom</strong> </mark></mark>(= unterirdische Sprossachse) aus. Über diese Ausläufer im Erdreich können sie durchaus größere Bestände bilden.<br></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Inhaltsstoffe von Zieste</mark></strong><mark>n</mark></h3>



<p class="has-normal-font-size wp-block-paragraph">ätherische Öle mit Mono-, Di- und Sesquiterpenen, Polyphenole, Phenolsäuren, Tannine, Gerbstoffe (z.B. Rosmarinsäure, Lithospermsäure), Chlorogensäure, Anthocyane, Iridoidglykoside (z.B. Harpagosid, Aucubin), Mehrfachzucker (Stachyose), Betaine (Stachydrin), Cholin, Bitterstoffe</p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Stänge-Ziest.jpeg" alt="" class="wp-image-4548 size-full" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Stänge-Ziest.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Stänge-Ziest-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Stänge-Ziest-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Stänge-Ziest-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure></div>



<h3 class="wp-block-heading"><mark><strong>Wald-Ziest</strong></mark></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die breit-herzförmigen, gestielten Laubblätter des <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>Wald-Ziests</mark> </mark></strong>(<em>Stachys sylvatica</em>) erinnern  mit ihren gezähnten Blatträndern an die Große Brennnessel. Im Gegensatz zur Brennnessel sind sie allerdings weich und fein behaart. Die purpurfarbenen Blüten besitzen eine charakteristische weiße Zeichnung und sind ab Juni zu bewundern. Ein Markenzeichen des Wald-Ziests ist sein etwas gewöhnungsbedürftiger Duft, den man wohl erst auf den zweiten Blick interessant findet. Er ist so gar nicht lieblich, doch wir finden, dass alleine das Riechen am Wald-Ziest schon beruhigend wirkt! <br>Die bis zu einen Meter hohe Pflanze gedeiht meist in feuchten Laubwäldern, Auwäldern, Kahlschlägen und entlang von Waldwegen.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-8 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="689" height="800" data-id="4553" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Wald-Ziest-1.jpeg" alt="" class="wp-image-4553" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Wald-Ziest-1.jpeg 689w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Wald-Ziest-1-258x300.jpeg 258w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Wald-Ziest-1-480x557.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Wald-Ziest-1-413x480.jpeg 413w" sizes="(max-width: 689px) 100vw, 689px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wald-Ziest –&nbsp;breite, weiche, gestielte Laubblätter</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="647" height="800" data-id="4554" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Waldziest-2-3.jpg" alt="" class="wp-image-4554" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Waldziest-2-3.jpg 647w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Waldziest-2-3-243x300.jpg 243w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Waldziest-2-3-480x594.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Waldziest-2-3-388x480.jpg 388w" sizes="(max-width: 647px) 100vw, 647px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wald-Ziest –&nbsp;Blüten</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="759" height="800" data-id="4555" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Waldziest-3.jpg" alt="" class="wp-image-4555" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Waldziest-3.jpg 759w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Waldziest-3-285x300.jpg 285w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Waldziest-3-480x506.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Waldziest-3-455x480.jpg 455w" sizes="(max-width: 759px) 100vw, 759px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wald-Ziest –&nbsp;Blüten</figcaption></figure>
</figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Heil-Ziest</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Heil-Ziest</mark></strong> </mark>(<em>Betonica officinalis</em>) liebt im Gegensatz zum Wald-Ziest feuchte Magerwiesen und ist meist an sonnigen Standorten zu finden. Aus der grundständigen Blattrosette wachsen im Frühling mehrere maximal 70 cm hohe Stängel, an deren Spitze ab Juni purpur- bis rosafarbene Blüten in dichten Scheinähren eng aneinander wachsen. Die Kronröhre besitzt im Vergleich zu anderen Ziest-Arten scheinbar keine zierende Aderung. Die gestielten Laubblätter mit ihrer ovalen, gezähnten Blattfläche sind manchmal unterseits behaart. Die Echte Betonie verschwindet immer mehr, da auch ihre Lebensräume schwinden. Sie ist allerdings eine pflegeleichte Pflanze und passt gut in den Garten.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-9 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="728" height="800" data-id="4557" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-1-1.jpeg" alt="" class="wp-image-4557" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-1-1.jpeg 728w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-1-1-273x300.jpeg 273w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-1-1-480x527.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-1-1-437x480.jpeg 437w" sizes="(max-width: 728px) 100vw, 728px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heil-Ziest</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" data-id="4563" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-2-1-2.jpeg" alt="" class="wp-image-4563" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-2-1-2.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-2-1-2-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-2-1-2-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-2-1-2-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heil-Ziest –&nbsp;Blüten</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" data-id="4565" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-3-2.jpeg" alt="" class="wp-image-4565" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-3-2.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-3-2-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-3-2-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Betonie-3-2-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heil-Ziest – Blätter</figcaption></figure>
</figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Sumpf-Ziest</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Sumpf-Ziest</mark></strong> </mark>(<em>Stachys palustris</em>) wächst gerne im Uferbereich von Gewässern, Gräben sowie Auwäldern auf kalkarmen, verdichteten Böden mit hohen Tongehalten. Die nahezu geruchlose Pflanze verbreitet sich über unterirdische Ausläufer, die ab Herbst zwischen den Knoten (= Nodien) weiße, knollige Verdickungen aufweisen. In Bodennähe sind die lanzettlich zugespitzten Laubblätter kurz gestielt, am Stängel sind sie sitzend (= ohne Blattstiel) angeordnet. Die Blattränder können gekerbt oder gezähnt sein. Der Sumpf-Ziest erreicht eine Höhe von 50 bis 120 cm. Er blüht von Juni bis September in rosa bis violetten Scheinquirlen. </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Alpen-Ziest</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gebirge treffen wir auf kalkreichen Böden, in Kahlschlägen, in lichten Wäldern, Hochstaudenfluren und an Wegrändern mit etwas Glück den <mark><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Alpen-Ziest</mark></strong> </mark>(<em>Stachys alpina</em>) an. Er wächst maximal einen Meter hoch. Sein vierkantiger Stängel besitzt vor allem im oberen Bereich abstehende Drüsenhaare (siehe Foto links unten). Die gestielten Laubblätter mit gezähnten Blatträndern sind dagegen mit anliegenden, kurzen Haaren überzogen. Die hübschen blassrosa bis violetten Blüten finden wir ab Ende Juni.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-10 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="619" height="800" data-id="4567" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Sumpf-Ziest.jpeg" alt="" class="wp-image-4567" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Sumpf-Ziest.jpeg 619w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Sumpf-Ziest-232x300.jpeg 232w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Sumpf-Ziest-480x620.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Sumpf-Ziest-371x480.jpeg 371w" sizes="(max-width: 619px) 100vw, 619px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sumpf-Ziest</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" data-id="4568" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Sumpf-Ziest-Blätter.jpeg" alt="" class="wp-image-4568" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Sumpf-Ziest-Blätter.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Sumpf-Ziest-Blätter-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Sumpf-Ziest-Blätter-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Sumpf-Ziest-Blätter-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sumpf-Ziest –&nbsp;Blätter</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="643" height="800" data-id="4569" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Alpen-Ziest.jpeg" alt="" class="wp-image-4569" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Alpen-Ziest.jpeg 643w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Alpen-Ziest-241x300.jpeg 241w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Alpen-Ziest-480x597.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2022/07/Alpen-Ziest-386x480.jpeg 386w" sizes="(max-width: 643px) 100vw, 643px" /><figcaption class="wp-element-caption">Alpen-Ziest</figcaption></figure>
</figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Interessantes zu Inhaltsstoffen</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zieste werden vor allem volksmedizinisch genutzt, arzneilich werden sie bislang unseres Wissens kaum verwendet. Die interessanten Inhaltsstoffe der Zieste lassen jedoch auf ihre Heileigenschaften schließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie enthalten beispielsweise <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>ätherische Öle</mark></strong></mark>, deren genaue Zusammensetzung nur bei einigen wenigen Arten bekannt ist. Je nach Ziest-Art dominieren andere ätherische Öle, wie z.B. die Monotherpene beim Wald-Ziest. <br>Daraus können etwas unterschiedliche, aber doch ähnliche Einsatzgebiete der hier beschriebenen Arten abgeleitet werden. So sind die ätherischen Öle unter anderem für die keimtötende, beruhigende und schmerzstillende Wirkung von Ziesten verantwortlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso beinhalten Zieste das für ihre herzstärkende Wirkung bekannte <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong><mark>Stachydrin</mark></strong></mark>. <br>Auch <mark><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Lithospermsäure</mark></strong> </mark>ist in Ziesten zu finden, die heilkundlich bei leichter Schilddrüsenüberfunktion, gesteigerter Nervosität und bei <meta charset="utf-8"></meta>Prämenstruellem Syndrom zum Einsatz kommt. <mark><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Rosmarinsäure</mark></strong> </mark>und <mark><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Kaffeesäure</mark></strong> </mark>wirken antiviral, zweitere auch krebsabweisend. Das zumindest im Heil-Ziest enthaltene <mark><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Cholin</mark></strong> </mark>kann die Gehirnleistung stärken. Enthaltene <mark><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Gerbstoffe</mark></strong> </mark>– bis zu 15 % in Ziesten! – wirken leberschützend, zusammenziehend, entzündungshemmend und wundheilend. Weiters sind <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>Iridoidglykoside</mark>, </mark></strong><mark><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Anthocyane</mark></strong> </mark>und viele weitere wichtige Inhaltsstoffe zu nennen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Volksheilkunde</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">In der Volksmedizin werden Zieste nun seit vielen Jahrhunderten zur Stärkung der Nerven, bei Schlaflosigkeit, Reizbarkeit und Ängsten verabreicht. Auch bei Zerstreutheit und zu vielen flüchtigen Gedanken soll ein Tässchen Tee unsere Konzentration auf Wesentliches stärken und uns mehr in uns ruhen lassen. Zieste helfen uns dabei, zu entspannen und können auch bei Kopfschmerzen und Migräne hilfreich sein. Sie sind ein guter Begleiter durch stressige Zeiten und wirken ebenso beruhigend auf den Magen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auszüge wurden früher ebenso zur Wundheilung (hier auch als Pulver), bei Asthma, hohem Blutdruck, Kreislauf- und Verdauungsstörungen verwendet. Ebenso können eine zu starke Menstruationsblutung und andere Blutungen durch eine Kur vor allem mit dem Wald-Ziest oder der Echten Betonie gelindert werden. Der Sumpf-Ziest wird seit alters her als Hausmittel gegen Rheuma und Arthritis verwendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Ausprobieren kann eine Tasse Tee (als Infus zubereitet) abends vor dem Schlafengehen getrunken werden. Auch eine dreiwöchige Kur mit dem Tee oder der Tinktur ist empfehlenswert, wobei die gerbstoffreichen Zieste etwas stopfend wirken können. <br><br><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Blätter und Blüten der verschiedenen Ziest-Arten werden zur Blütezeit gesammelt, getrocknet und verarbeitet.</mark></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerne mischen wir vor allem Wald- und Heil-Ziest in eine feine Tinktur, die unser Nervenkostüm und unsere hormonelle Ausgeglichenheit fördern kann und insgesamt stärkend und beruhigend wirkt.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Tropfen für ein ausgeglichenes Gemüt</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><mark>Zutaten</mark></strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">&nbsp;</mark></strong>&#8212; 10 g frische Zitronenmelisseblätter, vor der Blüte gesammelt<br>&#8212; 10 g frische Schwarze Johannisbeeren (wichtig: samt den kleinen Samen im Fruchtfleisch – <br>   sie enthalten hormonell ausgleichende Linolensäure!)<br>&#8212; 10 g frische Rosenblätter<br>&#8212; 10 g Wald-Ziest oder/und Heil-Ziest, blühendes Kraut<br>&#8212; 100 ml Ansatzkorn 40%<br>Bei Verwendung getrockneter Pflanzenteile reicht die Hälfte der Menge des Pflanzenmaterials.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><mark>Herstellung</mark></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8212; Die frischen Pflanzenteile werden zuerst klein geschnitten oder im Mörser zerrieben. Getrocknete Pflanzenteile können mit den Händen zerrieben. <br>&#8212; Die zerkleinerten Pflanzenteile werden nun in ein Glas mit breiter Öffnung gefüllt, mit dem Ansatzkorn übergossen und verschlossen.<br>&#8212; Der Tinkturansatz sollte nun dunkel ziehen und täglich geschwenkt werden.<br>&#8212; Nach drei bis vier Wochen wird die Tinktur durch ein sauberes Tuch oder einen Teefilter abgeseiht. Die Pflanzenrückstände lässt man abtropfen bzw. drückt sie gut aus.<br>&#8212; Zuletzt wird die Tinktur in dunkle Glasfläschchen gefüllt und bei Raumtemperatur nicht zu warm gelagert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einnahme: Über einen Zeitraum von 4 Wochen 3 x täglich 10-15 Tropfen einnehmen.<br>Die Tropfen können aber auch nur abends eine Stunde vor dem Einschlafen ausprobiert werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Kulinarische Verwendung</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wir verwenden verschiedene Ziest-Arten vor allem volksheilkundlich. Die knollig verdickten Rhizome des Sumpf-Ziests können allerdings ab September gekocht als Wildgemüse gegessen oder getrocknet zu Streckmehl verarbeitet werden. Die schönen Blüten der Zieste zieren öfter unsere Speise und Getränke zur Dekoration. Manche Menschen finden den herben Duft des Wald-Ziests ansprechend und verarbeiten auch seine Blätter und Rhizome – es kann alles ausprobiert werden, was schmeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du mehr über interessante Wildpflanzen erfahren möchtest, dann schau in unserem <strong><mark><a href="https://aaw.quantenfrosch.at/category/pflanzenkunde/">Pflanzenkunde-Blog</a></mark></strong> vorbei. Hier gibt es immer wieder neue Beiträge zu spannenden Wildpflanzen zu finden. Im <strong><mark><a href="https://aaw.quantenfrosch.at/category/kulinarik/">Kulinarik-Blog </a></mark></strong> findest du tolle Rezepte und Verarbeitungsmöglichkeiten für Wildpflanzen und Pilze.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><mark>Interessante Literatur:</mark></mark></strong><br>&#8212; <mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color"><strong>Bäumler,&nbsp;Siegfried:</strong>&nbsp;</mark>Heilpflanzenpraxis heute&nbsp;– Arzneipflanzenporträts.&nbsp;<br>3. Aufl.,&nbsp;München:&nbsp;Elsevier,&nbsp;2021.<br>&#8212; <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Bilušić, Vundać V.: </mark></strong>Taxonomical and Phytochemical Characterisation of 10&nbsp;<em>Stachys</em>&nbsp;Taxa Recorded in the Balkan Peninsula Flora: A Review. In: Plants (Basel). 2019 Jan 29; 8(2).<br>&#8212; <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Fleischhauer, Steffen G.,&nbsp;Guthmann, J. u. R. Spiegelberger: </mark></strong>Enzyklopädie Essbare Pflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. Bestimmung, Sammeltipps, Inhaltsstoffe, Heilwirkung, Verwendung in der Küche. 3. Aufl., Aarau: AT Verlag, 2016.<br>&#8212; <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Huber, Ellen: </mark></strong>Pflanzenschätze der Ahnen. Alte Heilkunst und aktuelle Forschung. Linz: Freya, 2017.<br>&#8212; <strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-aaw-darkgreen-color">Madejsky, Margret: </mark></strong>Lexikon der Frauenkräuter. Inhaltsstoffe, Wirkungen und Anwendungen,&nbsp;6. Aufl., Aarau: AT Verlag, 2017.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/zieste-vergessene-heilpflanzen/">Zieste – Vergessene Heilpflanzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://aaw.quantenfrosch.at/zieste-vergessene-heilpflanzen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Echter Kerbel – Köstliches Winterkraut</title>
		<link>https://aaw.quantenfrosch.at/echter-kerbel-koestliches-winterkraut/</link>
					<comments>https://aaw.quantenfrosch.at/echter-kerbel-koestliches-winterkraut/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronald und Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Dec 2021 19:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflanzenkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Volksmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Anthriscus cerefolium]]></category>
		<category><![CDATA[Doldenblütler]]></category>
		<category><![CDATA[Echter Kerbel]]></category>
		<category><![CDATA[Kerbel]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversorgung]]></category>
		<category><![CDATA[Wildkräuter]]></category>
		<category><![CDATA[Wildkräuterküche]]></category>
		<category><![CDATA[Winterkräuter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://aaw.quantenfrosch.at/?p=4253</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Auswahl an frischen, essbaren Wildpflanzen ist im Winter größer als man denkt. Echter Kerbel (Anthriscus cerefolium), ein besonders feines Kraut, wir dabei leider oft vergessen. Vor allem im Osten Österreichs ist der Echte Kerbel häufig in Laubwäldern, Hecken, Gebüschen, Weinbergen und auf Brachen zu finden, ohne, dass er große Beachtung findet. Lebenszyklus und botanische [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/echter-kerbel-koestliches-winterkraut/">Echter Kerbel – Köstliches Winterkraut</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br>Die Auswahl an frischen, essbaren Wildpflanzen ist im Winter größer als man denkt.<strong><mark> Echter Kerbel</mark></strong> (<em>Anthriscus cerefolium</em>), ein besonders feines Kraut, wir dabei leider oft vergessen.</p>



<span id="more-4253"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem im Osten Österreichs ist der Echte Kerbel häufig in Laubwäldern, Hecken, Gebüschen, Weinbergen und auf Brachen zu finden, ohne, dass er große Beachtung findet.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Lebenszyklus und botanische Merkmale</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Echte Kerbel keimt im Spätsommer. Aus den Keimlingen entwickeln sich zarte Rosettenpflänzchen mit zwei- bis vierfach gefiederten oder fiederteiligen Laubblättern. Sie fallen meist erst im Herbst richtig auf und sind den ganzen Winter über saftig grün. Der aromatische Geruch des einjährigen Doldenblütlers, der an Anis und Fenchel erinnert, ist beim Reiben der Laubblätter besonders intensiv wahrnehmbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Frühling wächst aus der Rosette meist ein bis maximal 80 cm hoher Stängel. Schon ab April beginnt der Kerbel in hübschen, weißen Doppeldolden zu blühen, die aus jeweils zwei bis sechs Döldchen bestehen.<br>Im Sommer reifen die Samen heran. Dieser Lebenszyklus macht den Kerbel für uns zu einem typischen <strong><mark>Winterkraut</mark></strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><mark>Wichtige Erkennungsmerkmale:</mark></strong> Alle Pflanzenteile des Echten Kerbels sind von feinen Härchen überzogen! Die Früchte sind schmal, zylindrisch und seitlich immer mit feinen, weißen Haaren besetzt. <br>Wie alle Doldenblütler besitzt der Echte Kerbel ein scheidig vergrößertes Unterblatt (siehe Abb. unten).</p>



<h3 class="wp-block-heading"><mark><strong>Kultivierung</strong></mark></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Kultivieren wir die Pflanze im Garten, so säen wir die Samen schon im März und April direkt in die Erde und können zwei Monate später ernten. Im Sommer kann eine zweite Aussaat für die Herbst- und Winterernte erfolgen. Der Kerbel kann uns also fast das ganze Jahr über kulinarisch und volksmedizinisch begleiten.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-11 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" data-id="4264" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel_Blüte.jpg" alt="" class="wp-image-4264" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel_Blüte.jpg 1024w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel_Blüte-300x225.jpg 300w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel_Blüte-768x576.jpg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel_Blüte-800x600.jpg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel_Blüte-480x360.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel_Blüte-640x480.jpg 640w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">blühender Kerbel im Mai</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="574" data-id="4265" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel-Blatt.jpeg" alt="" class="wp-image-4265" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel-Blatt.jpeg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel-Blatt-300x215.jpeg 300w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel-Blatt-768x551.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel-Blatt-480x344.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel-Blatt-669x480.jpeg 669w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blatt der Echten Kerbels</figcaption></figure>
</figure>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-12 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="4267" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel-Unterblatt.jpeg" alt="" class="wp-image-4267" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel-Unterblatt.jpeg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel-Unterblatt-300x225.jpeg 300w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel-Unterblatt-768x576.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel-Unterblatt-480x360.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Kerbel-Unterblatt-640x480.jpeg 640w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">vergrößertes Unterblatt</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="4268" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Echter-Kerbel-Winter.jpeg" alt="" class="wp-image-4268" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Echter-Kerbel-Winter.jpeg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Echter-Kerbel-Winter-300x225.jpeg 300w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Echter-Kerbel-Winter-768x576.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Echter-Kerbel-Winter-480x360.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/12/Echter-Kerbel-Winter-640x480.jpeg 640w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kerbelpflanze im Winter</figcaption></figure>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei uns pflegt der Kerbel ein Schattendasein neben viel bekannteren Küchen- und Wildkräutern. Petersilie, Schnittlauch und sogar Spitzwegerich oder Giersch finden viel häufiger in unser Essen als der Kerbel. Das mag daran liegen, dass viele Menschen befürchten, das zarte Kraut mit einem giftigen Doldenblütler zu verwechseln, doch mit etwas Übung ist das kein Problem. Die frischen Blätter duften auch im Winter beim Reiben intensiv aromatisch.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><mark><strong>Kulinarik</strong></mark></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Kulinarisch werden vor allem die Blätter der Pflanze verwendet. Hier ist zu beachten, dass Kerbelkraut nicht oder zumindest nicht zu lange erhitzt werden sollte. Gehackter Kerbel wird am besten erst nach dem Kochen oder am Ende der Kochzeit beigefügt. Auch Trocknen sollte man das Kraut nicht, dabei verliert es, wie bei längerem Kochen, seinen Geschmack. <br>Der Echte Kerbel passt wunderbar zu Fisch und ist auch ein klassischer Bestandteil der bekannten Frankfurter Grünen Sauce. Ansonsten ist er in kleineren und größeren Mengen ein wunderbares vitamin- und mineralstoffreiches Wildkraut, das mit vielen Speisen und auch Smoothies harmoniert.<br></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Inhaltsstoffe und Heilkunde</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Echter Kerbel enthält viel ätherisches Öl, Phenole, Flavonoide, Carotin, Vitamin C, Mineralstoffe und Spurenelemente (v.a. Eisen und Magnesium) Bitterstoffe und Furanocumarine. Die Pflanze wird zwar schon seit dem Altertum verwendet, scheint aber nicht allzu häufig Gegenstand medizinischer Forschungen zu seinen Inhaltsstoffen gewesen zu sein. Als Heilpflanze kommt er zumindest in Mitteleuropa eher selten zur Anwendung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei hat der aromatische Doldenblütler viel zu bieten: Echter Kerbel regt den Stoffwechsel an, wirkt entzündungshemmend (u.a. bei Hautproblemen) und fördert die Blutbildung. Auch seine harntreibende und verdauungsfördernde Wirkung ist bekannt. Zudem stärkt er das Immunsystem und regt aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle und Bitterstoffe auch den Appetit an. Mittlerweile gibt es interessante Studien zur möglichen krebsabweisenden Wirkung von Auszügen aus verschiedenen Pflanzenteilen. <br>Meist kommen volksmedizinisch die krautigen Pflanzenteile zum Einsatz. Die Früchte wurden früher angeblich bei Lungentuberkulose verwendet.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Verwandte des Echten Kerbels</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der <strong><mark>Echten Kerbel</mark></strong> (<em>A. cerefolium</em>) hat einige Verwandte, die gut in der Küche genützt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer davon ist der <mark><strong><a href="https://aaw.quantenfrosch.at/wiesen-kerbel/">Wiesen-Kerbel</a></strong> </mark>(<em>Anthriscus sylvestris</em>) mit seinem dezenten, unaufdringlichen Duft und Geschmack. Seine weichen Blätter können genauso wie die des Echten Kerbel verwendet werden. Seine Wurzelrübe wird im ersten Lebensjahr genützt und schmeckt anfgenehm aromatisch.<br><br>Ein weiterer schmackhafter Verwandter ist die <strong><mark><a href="https://aaw.quantenfrosch.at/botanisches-zur-kerbelruebe-knolliger-kaelberkropf/">Kerbelrübe</a></mark></strong><em> (Chaerophyllum bulbosum)</em>. Man findet sie oft an Feldrändern, auf Böschungen oder in Heckengemeinschaften. Bei ihr wird, wie der Name schon vermuten lässt, bevorzugt die Würzelrübe kulinarisch verarbeitet. Wir haben beispielsweise köstliches <strong><mark><a href="https://aaw.quantenfrosch.at/kerbelruebenpueree/">Kerbelrübenpüree</a></mark></strong> daraus gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br><mark><strong>Interessante Links zum Thema:</strong></mark><br>&#8212;<mark> <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/Anthriscus_cerefolium.html">https://www.pflanzen-deutschland.de/Anthriscus_cerefolium.html</a></mark>, abgerufen am 29.12.2022<br>&#8212; Fleischhauer, S. G. etal.: Enzyklopädie essbare Wildpflanzen. 3. Aufl., Aarau: AT Verlag 2016.<br>&#8212; Stojković, D. etal.: Extract of&nbsp;Herba Anthrisci cerefolii: Chemical Profiling and Insights into Its Anti-Glioblastoma and Antimicrobial Mechanism of Actions. In: Pharmaceuticals (Basel). 2021 Jan 12;14(1):55<br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/echter-kerbel-koestliches-winterkraut/">Echter Kerbel – Köstliches Winterkraut</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://aaw.quantenfrosch.at/echter-kerbel-koestliches-winterkraut/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vitalpilz Schmetterlingstramete</title>
		<link>https://aaw.quantenfrosch.at/vitalpilz-schmetterlingstramete/</link>
					<comments>https://aaw.quantenfrosch.at/vitalpilz-schmetterlingstramete/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronald und Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Sep 2021 19:44:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pilze]]></category>
		<category><![CDATA[Pilzkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Volksmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Heilpilz]]></category>
		<category><![CDATA[Mykotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Schmetterlingstramete]]></category>
		<category><![CDATA[Trametes versicolor]]></category>
		<category><![CDATA[Vitalpilz]]></category>
		<category><![CDATA[Voklsmedizin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://aaw.quantenfrosch.at/?p=3649</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vitalpilze wecken endlich auch hierzulande immer mehr Interesse. Man sagt Ihnen große Heilkraft nach, doch im Gegensatz zur Verwendung von Wildkräutern ist das Sammeln und Nutzen heimischer Pilze zu volksmedizinischen Zwecken weit weniger bekannt. Heute stellen wir euch den Vitalpilz Schmetterlingstramete vor, den ihr häufig in heimischen Wäldern entdecken könnt. Mit Vital- oder Heilpilzen verbinden [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/vitalpilz-schmetterlingstramete/">Vitalpilz Schmetterlingstramete</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br>Vitalpilze wecken endlich auch hierzulande immer mehr Interesse. Man sagt Ihnen große Heilkraft nach, doch im Gegensatz zur Verwendung von Wildkräutern ist das Sammeln und Nutzen heimischer Pilze zu volksmedizinischen Zwecken weit weniger bekannt. Heute stellen wir euch den Vitalpilz Schmetterlingstramete vor, den ihr häufig in heimischen Wäldern entdecken könnt.</p>



<span id="more-3649"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Vital- oder Heilpilzen verbinden wir im allgemeinen Pilze, die in fernen, ostasiatischen Ländern gedeihen und teuer gekauft werden müssen, doch das trifft keineswegs zu. Sogar legendäre Vitalpilze wie Chaga (Schiefer Schillerporling) oder Reishi (Glänzender Lackporling) kann man in Österreichs Wäldern gar nicht so selten finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch viel öfter treffen wir bei uns auf die wunderschöne <strong><mark>Schmetterlingstramete </mark></strong><em>(Trametes versicolor). </em><br>Sie gehört zur Familie der <strong><mark>Stielporlingsverwandten </mark></strong>(<em>Polyporaceae</em>) und ist bei uns so häufig zu entdecken, dass man oft regelrecht über sie stolpert. Zudem ist sie in Asien einer der wichtigsten Heilpilze, und auch in Europa schenkt man ihr mittlerweile immer mehr Beachtung. <br>Mit etwas Kenntnis können wir diesen Pilz selbst sammeln, einfach verarbeiten und nützen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Einige Details, die euch beim Sammeln und verarbeiten helfen sollen</strong></h3>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Wo finden wir die Schmetterlingstramete?</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wir können die Schmetterlingstramete ganzjährig auf verrottendem Holz antreffen. Meist wächst der einjährige Pilz auf Baumstümpfen, wir finden ihn aber auch auf herabgefallenen, abgestorbenen Ästen und Baumstämmen. Besonders gerne mag er die Rotbuche als Wirtsbaum, aber auch auf Eichen, Weiden und anderen Laubbäumen ist er immer wieder zu finden.<br>Die Schmetterlingstramete lebt überwiegend saprobiontisch – das heißt, dass sie Totholz zersetzt. <br>Das klingt zunächst nicht sehr verlockend, doch ist sie neben dem Chaga und dem Reishi wohl der bekannteste und am besten erforschte Heilpilz mit einem besonders großen Wirkungsspektrum.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Zur Lebensweise des Pilzes</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schmetterlingstramete entwickelt im Inneren des abgestorbenen Baumstamms ein weitverzweigtes Geflecht aus feinen, weißen Fäden (Hyphen) und nutzt auf diese Art und Weise die Nährstoffe des Holzes. Gleichzeitig hilft sie beim Abbau des Holzes in seine mineralischen sowie organischen Ausgangsstoffe.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Erkennungsmerkmale der Schmetterlingstramete</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das ganze Jahr über, besonders aber von August bis zum Frühjahr, entstehen auf befallenen Ästen und Baumstämmen fächerförmige bis rüschenartige Fruchtkörper (= Hüte). Sie kommen meist in großer Zahl vor, stehen immer vom Holz ab und sind nicht breiter als 3 bis 8 Zentimeter. <br>Die ungestielten Hüte unterscheiden sich von anderen Arten ähnlichen Aussehens durch ihre geringe Dicke und ihre scharfkantigen Ränder. Die Anwuchsstelle zum Holz beträgt maximal 3 mm. <br>Die samtig behaarte Hutoberseite ist in verschiedene, unterschiedlich gefärbte Zonen gegliedert. <br>Ihr mannigfaltiges Farbspektrum reicht von beige über ocker bis braun, olivgrün, rot, blau, grau, weiß- und schwarz. Vor allem Schwarztöne sind immer enthalten. Die außenliegende, jüngste Zuwachszone ist immer hell – fast weiß. <br>Farblich kann die Hutoberseite also durchaus recht variieren! Hier ein paar Beispiele dafür, wie Schmetterligstrameten von oben aussehen können: </p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-13 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="3654" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-4.jpg" alt="" class="wp-image-3654" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-4.jpg 1024w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-4-300x300.jpg 300w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-4-150x150.jpg 150w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-4-768x768.jpg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-4-800x800.jpg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-4-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" data-id="8549" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6258.jpeg" alt="Vitalpilz Schmetterlingstramete" class="wp-image-8549" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6258.jpeg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6258-300x300.jpeg 300w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6258-150x150.jpeg 150w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6258-768x768.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6258-50x50.jpeg 50w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6258-480x480.jpeg 480w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vitalpilz Schmetterlingstramete</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="3656" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Tramete-1.jpeg" alt="" class="wp-image-3656" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Tramete-1.jpeg 1024w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Tramete-1-300x300.jpeg 300w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Tramete-1-150x150.jpeg 150w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Tramete-1-768x768.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Tramete-1-800x800.jpeg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Tramete-1-480x480.jpeg 480w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hutunterseite ist bei jungen Fruchtkörpern weiß, später kann sie hellbraun werden. Auf ihr befinden sich viele kleine, punktartige Poren:</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-14 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" data-id="3657" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-5.jpg" alt="" class="wp-image-3657" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-5.jpg 1024w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-5-300x225.jpg 300w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-5-768x576.jpg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-5-800x600.jpg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-5-480x360.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Schmetterlingstramete-5-640x480.jpg 640w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">scharfkantig von der Seite</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" data-id="8550" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6232.jpeg" alt="Schmetterloingstramete Poren" class="wp-image-8550" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6232.jpeg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6232-300x225.jpeg 300w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6232-768x576.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6232-50x38.jpeg 50w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6232-480x360.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/IMG_6232-640x480.jpeg 640w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">feine Poren auf der Unterseite</figcaption></figure>
</figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Einsatzgebiete der Schmetterlingstramete</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schmetterlingstramete wird vor allem in China und Japan, aber auch in anderen ostasiatischen Ländern seit Jahrzehnten schulmedizinisch in der&nbsp;Krebstherapie&nbsp;eingesetzt. Zu ihrem Wirkungsspektrum gibt es mittlerweile hunderte medizinische Studien. Was den attraktiven Pilz heilkundlich so interessant macht, sind vor allem enthaltene komplexe Kohlehydrate (Polysaccharide), die entartete Zellen eliminieren und das Immunsystem besonders stimulieren können. Besonders hervorzuheben sind hier die beiden β-Glucane PSK (Polysaccharid-Krestin) und PSP (Polysaccharid-Peptid). Extrakte aus diesen beiden Inhaltsstoffen, vor allem aber aus PSK, kommen in China und Japan bei unterschiedlichen Krebserkrankungen wie Darm-, Speiseröhren-, Magen- und Brustkrebs zur Anwendung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiters beruht die Wirkung des Pilzes auf enthaltenen Sterolen und Enzymen. Auch im Einsatz gegen zahlreiche Viren und Bakterien – bei Erkältungen, Lungenentzündungen, Herpes, Hepatitis-B, HIV und vielen anderen Erkrankungen – kann die Schmetterlingstramete ihre Wirkung entfalten.<br>Die Traditionelle Chinesische Medizin schätzt den von der Schulmedizin in den letzten 40 Jahren wiederentdeckten Pilz übrigens schon seit vielen Jahrhunderten. Er wurde schon mindestens 200 Jahre v. Chr. in heilkundlichen chinesischen Schriften erwähnt.<br><br><strong><mark>Kulinarisch</mark>&nbsp;</strong>ist die Schmetterlingstramete weniger bedeutend, weil sie sehr zäh ist. Da sie aber eigentlich sehr gut schmeckt, eignet sie sich vor allem für die Herstellung von aromatischem Pilzpulver, Tee oder Suppenfond. So kann man kulinarische und volksmedizinische Nutzung verbinden.<br>Pilzkennern ist sie auch als <strong><mark>„Waldkaugummi“ </mark></strong>bekannt – die zähen, dünnen Fruchtkörper werden gerne gekaut, schmecken pilzartig-fruchtig und regen den Speichelfluss an. <br>Kocht man Schmetterlingstrameten, so kann das Kochwasser auch gut für Pilzsuppen oder Saucen weiterverwendet werden kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wir verarbeiten die Schmetterlingstramete gerne auf diese Arten</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong><mark>Pilzpulver</mark></strong><br>Zunächst werden frische Fruchtkörper gesammelt und gesäubert, falls sie etwas schmutzig sind. Die Unterseite der Fruchtkörper sollte weiß oder cremefarben sein und darf nicht von Parasiten befallen sein. Anschließend werden sie am besten mit einer Schere in kleine Würfel geschnitten.<br>Die klein geschnittenen Trameten werden entweder in einem warmen Raum aufgelegt und langsam getrocknet oder zum Trocknen ins Dörrgerät bzw. ins Backrohr gelegt (Temperatur max. 40 °C). Sie müssen sehr gut durchgetrocknet sein!<br>Die getrockneten Pilzstücke lasen sich in einer elektrischen Kaffeemühle oder mit dem Pürierstab leicht mahlen.<br>Das so gewonnene, wertvolle Pulver sollte sofort luftdicht verschlossen und dunkel gelagert werden.<br><br><mark><strong>Pilzpulver sollte in Speisen immer mitgekocht werden</strong>! </mark>Dadurch werden wichtige Inhaltsstoffe aus den Zellwänden des Pilzmaterials gelöst und können so besser aufgenommen werden. <br>Auch auf den Pilzen lebende Parasiten werden auf diese Weise unschädlich gemacht. <br>Daher eine goldene Regel beim Pilze verarbeiten:&nbsp;<strong><mark>Pilze immer ausreichend kochen!</mark></strong><br>Täglich in Speisen oder als Tee genossen kann Pulver aus der Schmetterlingstramete unser Immunsystem nachhaltig stärken und Schutz vor zahlreichen Erkrankungen bieten. <br>Als Tee kann man das köstliche Pulver auch mit Wacholderbeeren mischen –&nbsp;schmeckt hervorragend und bietet doppelten Viren-Schutz.<br></li>



<li><strong><mark>Getrocknete Schmetterlingstramete für Tee</mark></strong><br>Noch einfacher ist es, gesammelte Schmetterlingstrameten für Tee zu trocknen. <br>Dazu müssen sie, genauso wie bei der Herstellung von Pilzpulver, in kleine Stücke geschnitten und getrocknet werden.<br>Die getrockneten Pilzstücke werden dunkel in gut verschlossenen Gläsern aufbewahrt.<br></li>



<li>Eine <strong><mark>Teekur</mark></strong> mit Schmetterlingstramete sollte mindestens sechs Wochen lang dauern. <br>Bei schweren Erkrankungen wird der Tee oft begleitend über viele Monate getrunken. <br>Im Falle einer ernsthaften Erkrankung sollte allerdings immer mit dem Arzt besprochen werden, ob eine Teekur zu möglichen anderen Therapien passt.<br><strong><mark>Tagesdosis pro Person: </mark></strong><br>1 Esslöffel getrocknete Schmetterlingstramete in kleinen Stücken oder 2 Teelöffel Pilzpulver auf 1/2 l Wasser<br>Pilzmaterial im Wasser zugedeckt aufkochen und 30 Minuten leicht weiterkochen lassen. <br>Vom Herd nehmen, abseihen und über den Tag verteilt trinken.<br>Der Tee ist wohlschmeckend und gibt neue Energie –&nbsp;das ist zumindest unsere Erfahrung.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Verwechslungsmöglichkeiten</mark></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Schmetterligstrameten können durchaus mit anderen auf Holz lebenden Pilzen verwechselt werden, <br>so etwa mit anderen Trameten-Arten oder mit Schichtpilzen (z.B. mit dem Samtigen Schichtpilz).<br>Jeder dieser Verwechslungspilze besitzt allerdings Merkmale, die nicht mit einer Schmetterlingstramete übereinstimmen, wie etwa anders gestaltete Poren oder dickere Hüte.<br>Beim eindeutigen Erkennen ist etwas Übung gefragt, aber Schmetterlingstrameten sind einfacher bestimmen als anfangs gedacht!<br>Hier einige Verwechslungsmöglichkeiten, die im Übrigen ebenfalls allesamt harmlos sind. Andere Trameten-Arten sind meist ebenfalls Vitalpilze, auch der Samtige Schichtpilz wird als solcher verwendet:</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-15 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="814" height="1024" data-id="3674" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Rötende-Tramete_oben.jpg" alt="" class="wp-image-3674" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Rötende-Tramete_oben.jpg 814w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Rötende-Tramete_oben-238x300.jpg 238w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Rötende-Tramete_oben-768x966.jpg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Rötende-Tramete_oben-800x1006.jpg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Rötende-Tramete_oben-480x604.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Rötende-Tramete_oben-636x800.jpg 636w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Rötende-Tramete_oben-382x480.jpg 382w" sizes="(max-width: 814px) 100vw, 814px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rötende Tramete</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="905" height="1024" data-id="3675" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Dreifärbige-Tramete.jpg" alt="" class="wp-image-3675" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Dreifärbige-Tramete.jpg 905w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Dreifärbige-Tramete-265x300.jpg 265w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Dreifärbige-Tramete-768x869.jpg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Dreifärbige-Tramete-800x905.jpg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Dreifärbige-Tramete-480x543.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Dreifärbige-Tramete-707x800.jpg 707w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Dreifärbige-Tramete-424x480.jpg 424w" sizes="(max-width: 905px) 100vw, 905px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dreifarbige Tramete</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="3676" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Samtiger-Schichtpilz.jpeg" alt="" class="wp-image-3676" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Samtiger-Schichtpilz.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Samtiger-Schichtpilz-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Samtiger-Schichtpilz-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Samtiger-Schichtpilz-600x800.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/09/Samtiger-Schichtpilz-360x480.jpeg 360w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Samtiger Schichtpilz</figcaption></figure>
</figure>



<h3 class="wp-block-heading"><mark><strong>Hier findet ihr interessante Literatur zur Schmetterlingstramete</strong>:</mark></h3>



<p class="wp-block-paragraph">&#8212; Guthmann, Jürgen: Heilende Pilze weltweit. Beschreibung –&nbsp;Inhaltsstoffe –&nbsp;Wirkung. 3., erw. Aufl., Wiebelsheim: Quell &amp; Meyer, 2024<br>&#8212; Hobbs, Christopher: Ganzheitliche Anwendung von Heilpilzen. Vital und gesund mit Pilzen in Hausapotheke und Küche. Herba Press: (o.O.), 2022.<br>&#8212; Rebensburg, Philip u. Andreas Kappl: Gesund mit Heilpilzen. Immunsystem stärken, Krankheiten heilen und Beschwerden lindern. München: Riva, 2020.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong><mark>Webinar</mark></strong>:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In unserm Webinar <mark><a href="https://www.digistore24.com/product/536502"><strong>&#171;Verarbeitung von Vitalpilzen in Heilkunde und Naturkosmetik&#187;</strong> </a></mark>zum Download erfährst du noch viel mehr über wichtige heimische Vitapilze, ihre Inhaltsstoffe und ihre Verarbeitungsmöglichkeiten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/vitalpilz-schmetterlingstramete/">Vitalpilz Schmetterlingstramete</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://aaw.quantenfrosch.at/vitalpilz-schmetterlingstramete/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>70</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Vielblütige Salomonssiegel</title>
		<link>https://aaw.quantenfrosch.at/das-vielbluetige-salomonssiegel-sagenumwobene-heilpflanze/</link>
					<comments>https://aaw.quantenfrosch.at/das-vielbluetige-salomonssiegel-sagenumwobene-heilpflanze/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronald und Christina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Jun 2021 20:14:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflanzenkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Volksmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Salomonssiegel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://aaw.quantenfrosch.at/?p=3541</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das wunderschöne Salomonssiegel ist im Mai und Juni, in höheren Lagen auch noch im Juli, vor allem in feuchten Laub- und Mischwäldern blühend zu bewundern. Um die interessante, leicht giftige Heilpflanze, ranken sich auch viele Geschichten. Wie das Maiglöckchen (Convallaria majalis) und der Gemüsespargel (Asparagus officinalis) gehört das Vielblütige Salomonssiegel (Polygonatum multiflorum) zu den Spargelgewächsen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/das-vielbluetige-salomonssiegel-sagenumwobene-heilpflanze/">Das Vielblütige Salomonssiegel</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><br>Das wunderschöne Salomonssiegel ist im Mai und Juni, in höheren Lagen auch noch im Juli, vor allem in feuchten Laub- und Mischwäldern blühend zu bewundern. Um die interessante, leicht giftige Heilpflanze, ranken sich auch viele Geschichten.</p>



<span id="more-3541"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das Maiglöckchen (<em>Convallaria majalis</em>) und der Gemüsespargel (<em>Asparagus officinalis</em>) gehört das <strong>Vielblütige Salomonssiegel (<em>Polygonatum multiflorum</em>)</strong> zu den <strong>Spargelgewächsen (<em>Asparagaceae</em>)</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die oberirdischen Pflanzenteile dieser mehrjährigen Pflanze sterben im Herbst ab. Die verdickten, unterirdischen Rhizome überwintern im Boden.&nbsp;Bricht man die abgestorbenen Triebe an der Ansatzstelle zum Rhizom ab, so erkennt man an der Abbruchstelle eine ringförmige Struktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Davon hat das Salomonssiegel seinen schönen Namen:</strong> Der berühmte biblische König Salomon besaß angeblich einen Siegelring, mit dessen Hilfe er Dämonen bannen konnte. Laut einer Legende soll König Salomon mit Hilfe des Salomonssiegels übrigens einen Felsen gesprengt haben, der beim Tempelbau im Weg stand. Selbstverständlich denkt man sofort an König Salomons Ring, wenn man die Abbruchstelle des Rhizoms des Salomonssiegels sieht&#8230; Übrigens kann das Salomonssiegel angeblich wirklich Felsen sprengen und Quellen aufspüren, und noch vieles mehr. So geht zumindest die Sage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Rhizom der Pflanze treibt im Frühling ein gebogener Trieb mit schraubig oder zweizeilig angeordneten Laubblättern aus. Die sitzenden Laubblätter sind einfach aufgebaut und auf der Oberseite immer dunkler gefärbt als auf der Unterseite.<br>In Richtung Pflanzenspitze findet man in den Blattachseln wunderschöne, weiße Blüten mit einem grünen Ring an den Zipfeln der Blütenhülle. Pro Blattachsel sind immer 2-5 radiäre Blüten in traubigen Blütenständen angeordnet. Die Blüten duften nicht! Ab dem Spätsommer reifen kleine blaue Beerenfrüchte – die im Übrigen die meisten Giftstoffe enthalten.<br>Das Rhizom ist auffällig weiß gefärbt, weshalb die Pflanze auch den Namen&nbsp;<em>Vielblütige Weißwurz</em>&nbsp;trägt.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-16 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="3553" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-2-1-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-3553" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-2-1-768x1024.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-2-1-225x300.jpeg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-2-1-800x1067.jpeg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-2-1-480x640.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-2-1-600x800.jpeg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-2-1-360x480.jpeg 360w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-2-1.jpeg 960w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Rhizom des Salomonssiegels</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="859" height="1024" data-id="3555" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-1-1.jpeg" alt="" class="wp-image-3555" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-1-1.jpeg 859w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-1-1-252x300.jpeg 252w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-1-1-768x916.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-1-1-800x954.jpeg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-1-1-480x572.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-1-1-671x800.jpeg 671w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Rhizom-1-1-403x480.jpeg 403w" sizes="(max-width: 859px) 100vw, 859px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8230;sieht ein bisschen wie Hühneraugen aus</figcaption></figure>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für die leichte Giftigkeit der Pflanze sind Steroid-Saponine verantwortlich. Darüber hinaus enthält sie Flavonoide, Gerbstoffe und Schleimstoffe.<br>Das Vielblütige Salomonssiegel ist, wie das verwandte Wohlriechende Salomonssiegel eine alte Heilpflanze, deren Rhizom früher häufig verwendet wurde. Dieses gräbt man für heilkundliche Zwecke vorzugsweise von September bis März aus, da es dann die meisten Inhaltsstoffe enthält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Liste der Beschwerden, bei denen man es einsetzte, ist lang:&nbsp;Aufgrund der Signatur des Rhizoms, das auch an Hühneraugen erinnert, wurden Auszüge daraus bei Hühneraugen aufgelegt. <br>Auch Hautcremes und Salben für einen schönen Teint sowie gegen Pigmentflecken, Sommersprossen und Narben sind bekannt. Bei Problemen mit Sehnen, Bändern, Gelenken und bei Knochenbrüchen waren Salomonssiegel-Salbe und Breiumschläge häufig verwendete Hausmittel.&nbsp;Innerlich wurde ein Teeauszug bei Entzündungen und Blutungen (z. B. in Magen und Darm), bei Lungenerkrankungen bis zur Tuberkulose, und bei Menstruationsbeschwerden verabreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In aktuellen wissenschaftlichen Artikeln wird auf die mögliche Schädigung der Leber durch die innere Einnahme hingewiesen, was allerdings nicht belegt ist. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat das Salomonssiegel seit vielen Jahrhunderten einen wichtigen Platz. Hier kommt es bei Husten, Keuchusten und TBC sowie bei Krämpfen der Gliedmaßen und Diabetes zum Einsatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir bevorzugen die äußerliche Anwendung in Hautcremes und Salben und schätzen die Pflanze für diese Einsatzgebiete sehr. Von der kulinarischen Verwendung der Pflanze raten wir ab, obwohl das Rhizom angeblich sogar gegessen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hier unser erprobtes Salomonssiegel-Salben-Rezept:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zutaten:</strong><br><br>&#8212; 60 ml Salomonssiegel-Öl<br>&#8212; 60 ml Ringelblumen-Öl<br>&#8212; 10 ml Salomonssiegel-Tinktur<br>&#8212; 15 g Bienenwachs<br>&#8212; 6 g Sheabutter<br>&#8212; evtl. einige Tropfen ätherisches Öl: Weißkiefer, Zirbe</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Salomonssiegel- und Ringelblumen-Öl im Wasserbad auf 60°C erwärmen, das Bienenwachs einstreuen und langsam rühren, bis das Wachs geschmolzen ist. <br>Die Mischung auf ca. 45°C abkühlen lassen und nun die Sheabutter und die Salomonssiegel-Tinktur einrühren.<br>Anschließend fügt man einige Tropfen ätherisches Öl bei. <br>Die Salbe flüssig in kleine Cremedosen füllen und offen abkühlen lassen.<br>Das Glas wird erst verschlossen, sobald die Salbe abgekühlt ist.<br>Salomonssiegel-Salbe ist ein altbewährtes Hausmittel bei Entzündungen der Sehnen, Gelenke und Bänder, bei Muskelschmerzen, Verstauchungen und Rückenschmerzen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">So stellt ihr den Ölauszug und die Tinktur aus dem Rhizom des Salomonssiegel her:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Salomonssiegel-Tinktur:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zutaten:</strong><br><br>&#8212; 3 frische Rhizome des Vielblütigen oder Echten Salomonssiegels, jeweils ca. 10 cm lang<br>&#8212; ca. 200 ml Alkohol 60%</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Man lässt das Rhizom des Salomonssiegels über Nacht antrocknen, schneidet es dann in kleine Stücke und füllt diese in ein steriles Schraubglas. <br>Anschließend wird das Pflanzenmaterial mit dem Alkohol übergossen.<br>Gut verschlossen lässt man den Ansatz drei bis vier Wochen bei Raumtemperatur, hell, aber nicht in der prallen Sonne, ziehen. Wenn möglich täglich schütteln, danach abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.<br>Die Tinktur kann Salben und Cremes beigemischt (maximal 12 %) werden.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Salomonssiegel-Öl</strong><strong>:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zutaten:</strong><br><br>&#8212; 3 frische Rhizome des Vielblütigen oder Echten Salomonssiegels, jeweils ca. 10 cm lang<br>&#8212; 200 ml hochwertiges, gut haltbares Öl (z. B. kaltgepresstes Oliven- oder Mandelöl)</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Man lässt das Rhizom des Salomonssiegels über Nacht antrocknen und schneidet es dann in kleine Stücke. <br>Anschließend die Pflanzenteile in ein sauberes Schraubglas mit breiter Öffnung geben und das Öl darüber gießen. <br>In den ersten beiden Tagen den Deckel nur auf das Glas legen, erst danach fest verschließen. Das Glas für drei bis vier Wochen an einem warmen Ort stehen lassen und täglich schwenken. <br>Zuletzt abseihen, die Pflanzenrückstände durch ein feines Tuch in das Öl pressen und in dunkle Fläschchen füllen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt in Mitteleuropa noch weitere Salomonssiegel-Arten, wie das <strong>Echte</strong> oder <strong>Wohlriechende Salomonssiegel (<em>Polygonatum odoratum</em>)</strong> oder das <strong>Quirlblättrige Salomonssiegel (<em>Polygonatum verticillatum</em>)</strong>. Sie können genauso wie das Vielblütige Salomonssiegel verwendet werden.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-17 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="3565" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Echtes-Salomonssiegel-2-1.jpg" alt="" class="wp-image-3565" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Echtes-Salomonssiegel-2-1.jpg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Echtes-Salomonssiegel-2-1-225x300.jpg 225w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Echtes-Salomonssiegel-2-1-480x640.jpg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Echtes-Salomonssiegel-2-1-600x800.jpg 600w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Echtes-Salomonssiegel-2-1-360x480.jpg 360w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Echtes / Wohlriechendes Salomonssiegel</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="838" height="1024" data-id="3564" src="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Salomonssiegel-3-1.jpeg" alt="" class="wp-image-3564" srcset="https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Salomonssiegel-3-1.jpeg 838w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Salomonssiegel-3-1-246x300.jpeg 246w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Salomonssiegel-3-1-768x938.jpeg 768w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Salomonssiegel-3-1-800x978.jpeg 800w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Salomonssiegel-3-1-480x587.jpeg 480w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Salomonssiegel-3-1-655x800.jpeg 655w, https://aaw.quantenfrosch.at/wp-content/uploads/2021/06/Salomonssiegel-3-1-393x480.jpeg 393w" sizes="(max-width: 838px) 100vw, 838px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quirlblättriges Salomonssiegel</figcaption></figure>
</figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://aaw.quantenfrosch.at/das-vielbluetige-salomonssiegel-sagenumwobene-heilpflanze/">Das Vielblütige Salomonssiegel</a> erschien zuerst auf <a href="https://aaw.quantenfrosch.at">Abenteuer am Wegesrand</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://aaw.quantenfrosch.at/das-vielbluetige-salomonssiegel-sagenumwobene-heilpflanze/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>8</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
